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Rede von Botschafter Shi Mingde zur Eröffnung der Ausstellung „Die 8 der Wege: Kunst in Beijing"
2014/05/05

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Wowereit,

sehr geehrte Gäste,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde,

vielen herzlichen Dank für Ihre freundlichen Worte. Es ist mir eine große Freude, auf Einladung der Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch die Ausstellung „Die 8 der Wege: Kunst in Beijing“ hier mit Ihnen, verehrter Herr Regierender Bürgermeister, gemeinsam eröffnen zu dürfen. Ich freue mich besonders, dass Sie heute Abend trotz des wichtigen Heimspiels im Champions-League-Halbfinale Bayern München gegen Real Madrid so zahlreich erschienen sind. Auch von meiner Seite möchte ich alle anwesenden Gäste herzlich willkommen heißen. Ganz besonders begrüße ich die chinesischen Künstlerinnen, Künstler und Kuratoren, die zu diesem Anlass von weit her nach Berlin angereist sind.

   
Meine Damen und Herren,

dieses Jahr feiern wir das 20jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Beijing - Berlin. Im Laufe der letzten 20 Jahren haben die beiden Weltmetropolen ihre je eigenen gewaltigen Veränderungen erfahren. Heutzutage ist Beijing eine internationale Stadt voller Vitalität, Träume und Faszination geworden, während sich Berlin nach der Wiedervereinigung mit seiner Offenheit, Innovation und Lebendigkeit in eine “sexy” Stadt verwandelt hat, wie es Herr Wowereit vor einigen Jahren einmal emotional beschrieben hat. Die Partnerschaft zwischen unseren beiden Hauptstädten hat sich intensiv entwickelt. Wir arbeiten zusammen in Gebieten wie öffentlichem Verkehr, Städtebau, Stadtverwaltung, Richterausbildung, Medizin, Biologie und Telekommunikation. 20 Schulen in Berlin haben mit den entsprechenden Schulen in Beijing Partnerschaften geschlossen. Chinesisch und Deutsch werden in den je heimischen Schulen unterrichtet. Schüleraustausch gehört schon zum Alltagsleben.

Beijing und Berlin sind Kulturstädte mit Dynamik und Anziehungskraft. Der kulturelle Austausch spielt eine wesentliche Rolle in ihrer Partnerschaft und kann die weitere Entwicklung der Kooperationen vorantreiben. Die Berliner Philharmonika und die Staatlichen Museen zu Berlin waren in Beijing zu Gast. Sowohl die Konzerte als auch die Ausstellungen haben das Publikum beeindruckt und fasziniert. Inzwischen sind junge Musikerinnen und Musiker aus Beijing auch Stammgäste des Berliner Musikfestivals „Young Euro Classic“, das sich seit Jahren für den Austausch junger Musiktalente beider Länder engagiert. Sogar das Theater, wo viele den Austausch aufgrund von Sprachbarrieren für unmöglich hielten, schlägt eine Brücke für die Kommunikation und Verständigung zwischen beiden Städten. In Beijing hat die Produktion “Oedipus-Stadt” des Deutschen Theaters Berlin im September 2013 ein gutes Echo gefunden. Das Nationaltheater Chinas war im Februar 2014 im Deutschen Theater zu Gast. Deren Inszenierung „Leben“ hat das Berliner Publikum begeistert. Ab Morgen wird die Schaubühne mit der Inszenierung „Fräulein Julie" im Theater der Beijing-Universität gastieren. Im November wird dann wieder eine Produktion vom Deutschen Theater in Beijing zur Aufführung kommen.

Lieber Herr Regierender Bürgermeister,

ich weiß, dass Sie Ende Mai mit einer Delegation nach Beijing reisen und sich mit Ihrem Amtskollegen treffen werden, um über die zukünftige Zusammenarbeit beider Städte zu sprechen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Ihr Besuch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Städtepartnerschaft in den nächsten zwei Jahrzehnten leisten kann. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Besuch in Ihrer Partnerstadt!

Meine Damen und Herren,

aus Anlass der Feiern zum 20jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Beijing - Berlin gibt es eine ganze Menge von Veranstaltungen, die von den Kulturinstitutionen und Privatinitiativen beider Seiten organisiert werden. Die Ausstellung „Die 8 der Wege: Kunst in Beijing“ gilt als das wichtigste Kunstprojekt dieser Veranstaltungsreihe. Das Projekt wurde von Frau Prof. Yu Zhang initiiert und von Guo Xiaoyan, Thomas Eller und Andreas Schmid zusammen kuratiert. Die Kunstwerke, die Sie in dieser Ausstellung sehen werden, stammen von über 20 jungen Künstlerinnen und Künstlern, die in Beijing leben und arbeiten. Die meisten davon sind in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts geboren, in denen China sich im Rahmen der Reform- und Öffnungspolitik entwickelte. Mit anderen Worten, sie gehören zu einer Generation, die in einer Zeit von tiefgreifenden Umbrüchen aufgewachsen ist. Die seit über 30 Jahren verfolgte Reform- und Öffnungspolitik brachte nicht nur Vitalität für die wirtschaftliche Entwicklung mit sich, sondern auch breiten Raum für die Entwicklung der Kunst. Wie allen bekannt, ist Beijing das Zentrum der Entwicklung der chinesischen Kultur, findet sich dort eine Vielfalt von Kulturressourcen Chinas. Genauso wie in Berlin kommt es in Beijing zum Aufeinandertreffen und zum Austausch vieler Kulturen aus aller Welt. Für eine junge Generation von Künstlern ist Beijing darüber hinaus eine Stadt der Chancen, Herausforderungen sowie unbegrenzten Möglichkeiten. Sie haben den Prozess der rasanten Urbanisierung mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe verfolgt und ihren Erfahrungen von ihrem je individuellen Standpunkt aus durch verschiedenste Medien und Formen freien Ausdruck verliehen. Die Arbeiten dieser jungen Künstler sind daher von der Stadt BEIJING geprägt. Doch repräsentieren sie nicht nur die jüngere Generation der Künstlerinnen und Künstler aus Beijing, sondern auch die neuen Kräfte der aktuellen chinesischen Kunstszene, die uns Frische, Kreativität, Vielfältigkeit und Überraschungen mitbringen.

An dieser Stelle möchte ich mich zunächst bei Frau Prof. Yu Zhang, Initiatorin dieser Ausstellung, ganz herzlich bedanken. Ihr Enthusiasmus und Ihr unermüdlicher Einsatz haben es erst ermöglicht, die Ausstellung auf die Beine zu stellen. Mein Dank gilt auch Ihnen, lieber Herr Regierender Bürgermeister, und Ihren Kolleginnen und Kollegen von der Senatskanzlei, die das Projekt tatkräftig unterstützt haben. Ich danke der Deutschen Klassenlotterie Berlin und der BMW AG sehr herzlich. Ohne Ihre großzügige finanzielle Unterstützung wäre die Realisierung dieses Projektes undenkbar. Last, but not least, möchte ich die drei Kuratoren noch einmal erwähnen. Für die Vorbereitung der Ausstellung sind Sie mehrmals nach Beijing gereist, haben unheimlich viel recherchiert, zahlreiche Künstler, Ateliers und Galerien besucht. Die von Ihnen kuratierte Ausstellung bietet dem Publikum in Berlin eine Möglichkeit, die Vielfältigkeit der Kunstszene Chinas kennenzulernen und die zeitgenössische Kunst in China aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich.

Ich wünsche der Ausstellung „Die 8 der Wege: Kunst in Beijing“ viel Erfolg!

Vielen Dank!

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