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Ansprache von Botschafter Shi Mingde zur Podiumsdiskussion anlässlich der Ausstellung „China und Ägypten. Wiegen der Welt"
2017/11/25

 

Sehr geehrter Herr Präsident Parzinger,

sehr geehrter Herr El-Damaty, Antikenminister a.D.,

sehr geehrter Herr Botschafter Abdelatty,

meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde,

Ihnen allen einen guten Abend! Ich freue mich sehr, dass ich Sie gemeinsam mit Präsident Parzinger und Botschafter Abdelatty im Rahmen der Ausstellung „China und Ägypten – Wiegen der Welt“ zu unserer heutigen Veranstaltung und einer Besichtigung der Ausstellung zu Gast haben darf und begrüße Sie im Namen der Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland sehr herzlich!

China und Ägypten sind beides alte Kulturen, die ihre Entstehung einem großen Strom verdanken. Ihre Quellen reichen weit zurück, und der Lauf ihrer Geschichte währt lange. Seit mehreren tausend Jahren haben die chinesische und die ägyptische Kultur in ihrer Entwicklung jede auf ihre Art und Weise eine Geschichte brillanter kultureller Errungenschaften geschrieben. Zahlreiche Museen in Deutschland oder andernorts in Europa beherbergen Kunstschätze aus China und Ägypten, und Ausstellungen, die jeweils die Kunst der einen oder der anderen Kultur zur Schau stellen, sind beileibe nicht selten. Dass China und Ägypten jedoch kontrastiv einander gegenübergestellt werden, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Wenn dieses Mal die in Zusammenarbeit zwischen dem Shanghai Museum und dem Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin veranstaltete Ausstellung „China und Ägypten – Wiegen der Welt“ erstmals die Kunstschätze des Alten China und Ägyptens nebeneinander präsentiert werden, werden die unterschiedlichen Entwicklungen und Wandlungen der beiden Kulturen sichtbar und Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen China und Ägypten deutlich.

Ägypten befindet sich in einer bevorzugten geographischen Lage und gilt traditionell als ein Bindeglied des Seehandels zwischen Ost und West sowie als kultureller Knotenpunkt. Bereits im 11. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ist chinesische Seide bis nach Ägypten gelangt, und die altehrwürdige Seidenstraße hat die beiden Kulturländer miteinander verknüpft. Eine derart lange und reichhaltige Geschichte hat eine robuste Grundlage für die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den beiden Ländern geschaffen. Nach der Gründung des Neuen China war Ägypten das erste Land aus dem arabisch-afrikanischen Raum, das diplomatische Beziehungen zu China aufnahm. Damit traten die Beziehungen einer freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen China und Ägypten schrittweise in eine Phase der dauerhaften Weiterentwicklung. Besonders die von China propagierte Initiative einer neuen Seidenstraße zu Wasser und zu Lande sowie der von der ägyptischen Regierung vorgelegte Entwicklungsplan zum „Suez-Korridor“ bieten zahlreiche Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte, die für eine neue Ära der pragmatischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern verheißungsvolle Perspektiven bieten.

Meine Damen und Herren! In diesem Jahr begehen wir das 45. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Deutschland. In diesen 45 Jahren haben die bilateralen Beziehungen dank der gemeinsamen Anstrengungen längst eine rundum ausgereifte und dauerhafte Entwicklungsphase erreicht. Besonders in den letzten Jahren haben die wechselseitigen Besuche hochrangiger Delegationen zugenommen, das Vertrauen zwischen den Regierungen ist ständig gewachsen, und die pragmatische Zusammenarbeit verläuft äußerst erfolgreich, so dass im Jahre 2014 die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern in den Rang einer umfassenden strategischen Partnerschaft hochgestuft wurden. Dass in diesem Jahr der Staatspräsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang kurz nacheinander Deutschland besuchten, belegt ebenfalls den hohen Stellenwert, den die chinesisch-deutschen Beziehungen in der chinesischen Europapolitik und im Gesamtrahmen der chinesischen Außenpolitik einnehmen.

Doch das ist bei weitem nicht alles. Nachdem in den letzten Jahren in der Kultur der beiden Länder die Wege des Austausches noch vielfältiger und die Formen noch mannigfacher geworden sind, hat der Kulturaustausch reiche Früchte getragen. Im Mai dieses Jahres hat die erste Sitzung des hochrangigen chinesisch-deutschen Dialogs für den gesellschaftlich-kulturellen Austausch in Peking stattgefunden und ein neues Abkommen zum freundschaftlichen Kulturaustausch zwischen China und Deutschland geschlossen. Anlässlich des 45. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Deutschland haben 36 Festivals, Museen und Kultureinrichtungen aus elf deutschen Bundesländern mit 36 Kultureinrichtungen aus zehn chinesischen Provinzen und Städten gemeinsam eine ganze Reihe kultureller Veranstaltungen geplant und durchgeführt, die in Deutschland auf reges Interesse stießen und große Resonanz hervorriefen. „China und Ägypten – Wiegen der Welt“ ist eine von mehreren Ausstellungen, die Staatliche Museen zu Berlin innerhalb nur eines Jahres gemeinsam mit China oder zu dem Thema China veranstalten. Der Zuspruch des deutschen Publikums ist enorm, denn bis heute haben bereits rund 300 000 Personen diese Ausstellung besucht. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Art der vertieften Zusammenarbeit zwischen den Kulturorganisationen beider Länder das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zwischen den beiden Völkern weiter festigen und dem Kulturaustausch neue Impulse verleihen wird. Dafür bin ich der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, den Staatlichen Museen zu Berlin sowie dem Ägyptischen Museum zu besonderem Dank verpflichtet. Sie haben in unermüdlicher Arbeit ihre Kräfte mit dem Shanghai Museum gebündelt und mit dieser großartigen Ausstellung dem deutschen Publikum nicht nur sehr anschaulich die tiefgreifenden Einflüsse deutlich gemacht, mit denen die chinesische und ägyptische Kultur auf den Fortschritt der Menschheitsgeschichte einwirkten, sondern auch ein neues Kapitel für die langfristige Zusammenarbeit chinesischer und deutscher Kulturorganisationen sowie die weitere Vertiefung in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern aufgeschlagen.

Abschließend wünsche ich allen einen anregenden Abend. Ich danke Ihnen!

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