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Ansprache von S. E. Herrn Botschafter WU Hongbo auf der Eröffnung der China-Woche der Universität Göttingen
2010/07/10

(Am 6. Juli, Göttingen)

Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Von Figura,

sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Lange,

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Meyer,

meine Damen und Herren, einen schönen guten Tag!

Die Stadt Göttingen wird schon immer von mir als eine Kulturstadt bewundert. Diese Stadt wird so beschrieben, "die andern Städte haben vielleicht eine Uni dort, die Stadt Göttingen hat keine Uni, sondern die ganze Stadt ist an sich eine Universität." Carl Friedrich Gauß, Max Planck, Weber, Humboldt, Brüder Grimm und viele weltberühmte Persönlichkeiten haben ihre Spuren hier in dieser Stadt hinterlassen. 44 Nobelpreisträger wohnten und wirkten in Göttingen. Jeder vierte Einwohner in dieser Stadt ist ein Student. Ich glaube, in ganz Deutschland kann man keine andere Stadt finden, die auch nur annähernd vergleichbar ist mit Göttingen. Im vergangenen Jahr habe ich an der Präsentatioin der Deutsch-Übersetzung des Buchs Zehn Jahre in Deutschland vom chinesischen Gelehrtten Herrn Ji Xianlin teilgenommen. In diesem Buch hat Herr Ji liebevoll die Kultur und das Studium hier beschrieben und seine tief empfundene Erinnerung an Göttingen ausgedrückt. Heute freue ich mich sehr, in dieser Stadt, die von Herrn Ji als seine Zweite Heimat bezeichnet wiird, an der Eröffnung der China-Woche der Göttingen Universität teilzunehmen. Ich möchte auch im Namen der chinesischen Botschaft ganz herzlich zu dieser Veranstaltung gratulieren.

Meine Damen und Herren, ich möchte hier über Zusammenarbeit und Austausch zwischen China und Deutschland im Bereich Wissenschaft, Kultur und Bildung äußern. Wenn wir den Austausch zwischen China und Deutschland zurückblicken, sollten wir vor allem zwei Deutsche nicht vergessen, nämlich Johannes Schreck und Johann Adam Schall von Bell. Im Jahr 1619 haben sie nach langer Reise China erreicht und mitgebracht haben sie unter anderem Teleskop, Armillarsphäre, europäische Physiologie und Anatomie, moderne Zeitrechnungsmethode, Mineralogie, Physik usw. Damit haben sie ein neues Kapitel für den chinesisch-deutschen Austausch im Bereich Wissenschaft und Kultur aufgeschlagen. Johannes Schreck war der erste Beamte in China mit Auslandsherkunft. Gemeinsam mit Herrn Wang Zheng war er Redakteur des Buches Bildlexikon über westlich exotische Geräte und hat damit den Chinesen zum ersten Mal in der Geschichte das Wissen über europäische Mechanik und Ingenieurwissenschaft nähergebracht. Johann Adam Schall von Bell hat 47 Jahre lang in China gelebt. Er hat die westliche Zeitrechnung in China eingeführt. Er führte als Präsident das kaiserliche astronomische Institut. Um seine Leistungen auszuzeichnen wurde er sogar von Kaiser zum Mandarin I. Klasse befördert.

Fast 390 Jahre danach haben Austausch und Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in Bereich Wissenschaft und Kultur mit ihrem Erfolg noch mehr Aufmerksamkeit erregt. Der Austausch und die Zusammenarbeit sind noch nie so tief- und weitgehend. Im Bereich Wissenschaft umfasst die bilaterale Zusammenarbeit die Anwendungs- sowie Grundlagenforschung, Raum- und Luftfahrttechnik, Ozeanographie, Ökologie, Optik, Denkmalschutz, Informatik, Medizin usw. In den letzten Jahren entwickeln sich Klimawandel, Energie und Umwelt, grüne Technologie zum neuen Bereich der bilateralen Zusammenarbeit. Beide Länder haben bereits intergouvermentalen Ausschuss für wissenschaftliche Zusammenarbeit vereinbart. Der Ausschuß hat schon 20mal getagt. Im März letzten Jahres wurde das chinesisch-deutsche Jahr der Wissenschaft und Bildung in Berlin offiziell eröffnet. Anfang letzten Monats hat Frau Schavan, Bundesministerin für Wissenschaft und Bildung, China besucht und mit dem chinesischen Wissenschaftsminister Wan Gang das chinesisch-deutsche Zentrum für gemeinsame Forschung der Elektro-Mobilität eröffnet und MoU über Zusammenarbeit im Bereich Elekro-Mobilität unterzeichnet. Das zeigt, dass unsere Zusammenarbeit im Bereich Neue Energie eine neue Etappe erreicht hat.

Im Bereich Kultur und Bildung vertiefen sich Zusammenarbeit und Austausch ständig und haben reichliche Früchte getragen. Die Veranstaltungsreihe Deutschland und China - gemeinsam in Bewegung sowie die Ausstellung China in Dresden in China wurden erfolgreich ausgerichtet. Das chinesische Kulturzentrum sowie die 11 Konfuzius-Institute vermitteln in Deutschland Wissen über die chinesische Kultur und Sprache. Immer mehr Deutsche haben immer größere Interessen an ihren Angeboten gezeigt. In den vergangenen Jahren haben beide Länder bei den beiden Schlüsselbereichen, Hochschule und Berufsausbildung, erfolgreich zusammengearbeitet. Es gibt mehr als 500 Partnerschaften zwischen chinesischen und deutschen Universitäten. 16300 chinesischen Studenten studieren in Deutschland, während 4417 deutsche Studenten ein Studium in China besuchen. Deutschland ist auch Chinas größter Partner im Bereich Berufsausbildung. Um die zivilgesellschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, wird die chinesische Regierung in kommenden 3 Jahren 600 deutsche Schüler zum Sommercamp nach China einladen, 200 Stipendien für Sprachkurs in China anbieten. Darüber hinaus werden wir 2012 zum 40jährigen Jubiläum unserer diplomatischen Beziehungen ein China-Jahr in Deutschland organisieren.

Meine Damen und Herren,

China-Woche ist ein wichtiger Bestandteil des chinesisch-deutschen Jahres für Wissenschaft und Bildung. 45 deutsche Universitäten nehmen an der China-Woche teil. Das ist zum ersten Mal in der Geschichte, deshalb von wichtiger Bedeutung. Die Universität Göttingen ist eine traditionsreiche Elitenuniversität in Deutschland und hat traditionell enge Verbindung mit China. Der Marschall Zhu De, Herr Ji Xianlin, der Physiker Wang Jinchang, Mathematiker Wei Shizhen usw. haben hier für eine lange oder kurze Zeit studiert. Gegenwärtig hat die Universtität Göttingen enge Zusammenarbeit mit mehreren wichtigen chinesischen Universitäten, wie Nanjing Universität, Beijing Fremdsprachenuniversität, Anhui Universität. Bei der China-Woche wird Ihre Universität die Zusammenarbeitserfolge zwischen Universitäten beider Länder bei Bildung, Kultur und Forschung präsentieren, den Bildungs- und Forschungsaustausch weiter vertiefen, noch mehr deutsche Studenten zu Studiumsaufenthalt in China anregen. Damit ist es auch eine einmalige Chance für deutsche Freunde, sich über China zu informieren. Ich möchte hiermit ganz herzlich bei Bundesministerium für Bildung und Forschung, bei der Landesregierung Niedersachsen, bei der Stadt Göttingen und Universität Göttingen für ihre Unterstüzung sowie Bemühungen.

Ich habe mich hören lassen, dass es bis heute an der Wand des Göttingener Alten Rathaus eine Inschrift existiert, die lautet, "es gibt kein Leben außerhalb Göttingen". Vielleicht die Berliner sind damit nicht einverstanden. Aber ich habe hohen Respekt vor Vorfahren der Göttingener Einwohner, die soviel Zuversicht und Stolz für ihre eigene Stadt hatten. Es ist mir sicher, die Universität Göttingen bei Forschung in Natur- und Geisteswissenschaft sowie anderen Fachbereichen weiter führen und immer neues Kapitel aufschlagen wird und damit den Glanz und Ruhm dieser traditionsreichen Universität fortsetzt. Ich hoffe auch, dass die Universität Göttingen den Austausch und die Zusammenarbeit mit chinesischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter ausbauenn kann, im den Austausch und die Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern zu intensivieren, die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kultur und Bildung weiter zu fördern.

Zum Schluß wünsche ich der China-Woche der Universität Göttingen viel Erfolg!

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