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China testet gleichberechtigte medizinische Betreuung für Wanderarbeiter
2013/12/11

In dieser Woche beginnt in China die Erprobung einer gleichberechtigten medizinischen Versorgung für die so genannte Wanderbevölkerung. Nach Angaben der chinesischen Kommission für Gesundheit und Familienplanung werden von dem Testbetrieb etwa 20 Prozent der Wanderarbeiter und ihrer Familien erfasst, die vom Lande in die Städte gezogen sind.

Dabei wächst die Zahl der zur wandernden Bevölkerung gerechnete Einwohner Chinas weiter und machte mit 236 Millionen Ende 2012 zirka ein Sechstel Gesamtbevölkerung des Landes aus. Rund 75 Prozent der Binnenmigration erfolgen vom Lande in die Städte. Diese große Bevölkerungswanderung hat einerseits die Ökonomie stimuliert und die Bevölkerungssituation verändert und stellt andererseits die öffentlichen Dienstleistungen und sozialen Programme der Regierung vor kritische Herausforderungen. Zugleich verweist Wang Qian von der Kommission für Gesundheit und Familienplanung darauf, dass wandernde Bevölkerung bislang zu grundlegenden öffentlichen medizinischen Dienstleistungen einen deutlich schlechteren Zugang hat, als eingetragene Stadtbewohner.

„Wir untersuchen auch die medizinische Versorgung der wandernden Bevölkerung. Insgesamt betrachtet stehen ihr weniger medizinische Leistungen zur Verfügung, als anerkannten Stadtbewohnern. Einer der Gründe dafür liegt im mangelnden Bewusstsein in diesem Bereich. Beim Umzug in einen neuen Ort legen solche Wandernden zuerst großen Wert auf einen Arbeitsplatz und eine Wohnung sowie die Schuldbildung ihrer Kinder. Und nicht zuletzt gehören ja zur Wanderbevölkerung meistens junge Leute."

Wang Qian sieht aber noch zwei weitere Faktoren: Einer seien die fehlenden Kapazitäten des Landes für ein umfassendes Angebot entsprechender Leistungen auch für die Wanderbevölkerung, zudem gebe es bürokratische Hürden. Dennoch würden aber bereits von der Testphase Dutzende Millionen Wandernde profitieren, betont Wang Qian:

„Die neue Runde der Probe wird landesweit in 40 Städten und Gebieten mit einem hohen Anteil an wandernder Bevölkerung umgesetzt. In diesen 40 Städten lebt rund ein Fünftel der gesamten Wanderbevölkerung Chinas."

Diese Probe basiert auf den gleichberechtigten Dienstleistungen bei der Familienplanung für Wanderbevölkerung aus dem Jahr 2010. Bei der neuen Probe sollen nun Gesundheitsakten für Wandernde angelegt beziehungsweise vervollständigt werden. Gleichzeitig sollen die Routineimpfungen der Kinder von Wanderarbeitern sowie die Schwangerschaftsbetreuung verstärkt werden. Dazu betonte Wang Qian, die Testphase komme damit einem wachsenden Bedarf der wandernden Bevölkerung entgegen:

„Wir werden diesen Test schrittweise ausbauen. Auch bei der Nachfrage und dem Bedarf der wandernden Bevölkerung nach grundlegender medizinischer Betreuung gilt es, Prioritäten zu setzen. So müssen zunächst einmal vorrangig Gesundheitsakten angelegt und die vorbeugenden Impfungen in Gang gesetzt werden. Dagegen ist die Bekämpfung der Krankheiten von Senioren unter der Wanderbevölkerung keine notwendige Aufgabe unter den 11 großen Kategorien, die jetzt umzusetzen sind."

Quelle: CRI

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