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Umweltschutz als Schlüssel zur Veränderung des chinesischen Entwicklungsmodells
2010/04/27

In dem diesjährigen Rechenschaftsbericht nahm der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao auch Bezug auf die umweltfreundliche Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Um Energie zu sparen und die Schadstoffemissionen zu reduzieren, befürwortet Wen Jiabao eine langfristige Kampagne. Der chinesische Ministerpräsident hält eine solche Kampagne für eine äußerst wichtige Maßnahme zur beschleunigten Veränderung des chinesischen Entwicklungsmodells und zur Optimierung der Wirtschaftsstruktur des Landes.

Auch unabhängige Experten betrachten das Energiesparen und die Reduzierung der Schadstoffemissionen für einen wichtigen Schritt bei der Veränderung des chinesischen Entwicklungsmodells. Nur so könne eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung erreicht werden.

Chen Fengying ist die Direktorin des Instituts für Weltpolitik- und Wirtschaftsforschung der chinesischen Akademie für moderne internationale Beziehungen. Als größte Herausforderungen für die Veränderung des chinesischen Entwicklungsmodells betrachtet Chen Fengying Chinas Wirtschaftsstruktur, das neue Konsumverhalten sowie der hohe Kohlenverbrauch der Schwerindustrie:

"China befindet sich in der mittleren Phase der Industrialisierung. Das Besondere dieser Entwicklungsstufe ist, dass der Sekundärsektor mit seinem hohen Energieverbrauch das Rückgrat der Wirtschaft bildet. Ohne Energieeinsparung und ohne die Reduzierung der Schadstoffemissionen kann das Problem der Umweltverschmutzung nicht gelöst werden.

Zweitens: Chinas Pro-Kopf-BIP beträgt momentan 3.000 US-Dollar. Das Konsumverhalten hat sich verändert. Die Menschen geben ihr Geld neuerdings hauptsächlich für den Wohnungs- und Autokauf bzw. das Reisen aus. Dieser Trend hat zu einem drastischen Anstieg des Wasser-, Strom- und Gasverbrauches geführt. Langfristig kann unsere Gesellschaft einen so hohen Verbrauch nicht tragen.

Drittens: Chinas Energieverbrauch beruht noch immer zu 70 Prozent auf Kohle. Der CO2-Ausstoß ist sehr hoch. Wir müssen daher nach einer kohlenstoffarmen Wirtschaft streben."

Chinas 11. Fünf-Jahres-Plan sieht vor, dass der Energieverbrauch pro BIP-Einheit bis 2010 im Vergleich zum Jahr 2005 um 20 Prozent gesenkt wird. Der Ausstoß wichtiger Schadstoffe soll im selben Zeitraum um zehn Prozent gesenkt werden. In den ersten vier Jahren des 11. Fünf-Jahres-Plans ist es bereits gelungen, den Energieverbrauch pro BIP-Einheit um über 14 Prozent zu senken. Gestützt auf den Rechenschaftsbericht von Ministerpräsident Wen Jiabao schlägt Chen Fengying von der Akademie für moderne internationale Beziehungen ein Vier-Punkte-Programm vor. Dieses soll helfen, die im 11. Fünf-Jahres-Plan festgelegten Ziele zu erreichen:

"Die größten Energieverbraucher sind die Bereiche Industrie, Transport und Bauwesen. Im Zuge der Industrialisierung und Urbanisierung sind diese drei Bereiche sprunghaft angestiegen. Daher muss besonders in diesen drei Bereichen Energie gespart und die Schadstoffemission reduziert werden.

Zweitens: die Ausgaben für den Umweltschutz machen erst zehn Prozent des BIP aus. Wir müssen den Umweltschutz also noch tatkräftiger fördern. Überdies müssen wir auch die Recycling-Industrie vorantreiben. Eine Wiederverwertung der Abfälle ist die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft.

Der Klimawandel ist keine nationale, sondern eine internationale Frage. Alle Menschen sind auf eine Umwelt mit einem niedrigen CO2-Ausstoß und eine umweltfreundliche Entwicklung angewiesen."

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