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Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Bekämpfung der Unwetterkatastrophe in Teilen Chinas
2008/02/05

Mehr als zehn Provinzen, autonome Gebiete und regierungsunmittelbare Städte in Zentral-, Ost- und Südchina werden gegenwärtig von starken Schnee- und Regenfällen heimgesucht. Dabei handelt es sich um die stärksten Unwetter seit Jahrzehnten. Durch die heftigen Niederschläge sind der Straßen- und Schienenverkehr sowie die zivile Luftfahrt schwer beeinträchtigt. Chinas Staatspräsident Hu Jintao sowie Ministerpräsident Wen Jiabao haben die Regierungen und die zuständigen Behörden aller Ebenen dazu aufgefordert, mit vereinten Kräften die Infrastruktur der betroffenen Regionen aufrechtzuerhalten. Dabei sollen die Interessen der Bevölkerung in den Mittelpunkt gestellt werden.

Die schweren Unwetter ereignen sich gerade vor einem der wichtigsten traditionellen Feste in China, dem Frühlingsfest. Zahlreiche Menschen wollen aus diesem Anlaß ihre Familien besuchen und sind daher auf ein funktionierendes Fernverkehrsnetz angewiesen. Dies führte zu zahlreichen Schwierigkeiten im Verkehrs- und Transportwesen, besonders bei der Personenbeförderung. So blieben beispielsweise auf der Eisenbahnstrecke zwischen Beijing und Guangzhou nahe der Stadt Changsha in der Provinz Hunan mehr als 30 Personenzüge liegen. Der Großteil der Passagiere sitzt noch immer in der Region fest.

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao besuchte aus diesem Anlaß am Dienstag den Bahnhof Changsha und sprach vor den Reisenden:

"Ich entschuldige mich dafür, dass Sie hier unfreiwillig festgehalten werden. Die Verantwortlichen versuchen angestrengt, die Eisenbahnstrecke wieder instandzusetzen. Dabei muss vordergründig das Stromnetz wiederhergestellt werden, damit der Schienenverkehr wieder fließen kann. In absehbarer Zeit können Sie dann sicher nach Hause zurückkehren und das Frühlingsfest feiern."

Am Mittwochvormittag sprach Wen Jiabao zudem auf dem Guangzhouer Bahnhof, wo gegenwärtig über 200.000 Passagiere wegen der katastrophalen Wetterbedingungen nicht weiterreisen können. Das chinesische Eisenbahnministerium teilte dazu mit, man habe dem dortigen Bahnhof bereits mehr als 180 Dieselloks zusätzlich zur Verfügung gestellt. Zudem erklärte ein Sprecher des Ministeriums, man werde die festgehaltenen Passagiere kostenlos mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgen. Viele der Reisenden zeigen aufgrund der Wetterbedingungen Verständnis für die Situation. So sagte etwa Gou Ming, der am Bahnhof von Guangzhou festsitzt:

"Ich bin schon ein bißchen besorgt. Allerdings fühle ich mich auch gut versorgt. Die hiesige Stadtregierung hat uns kostenlos mit Lebensmitteln versorgt und uns eine Unterkunft beschafft. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken."

Wegen heftigen Eisregens kam es in vielen Regionen auch zu Einschränkungen des Straßenverkehrs. So steckten beispielsweise auf der Autobahnstrecke zwischen Beijing und Zhuhai nahe Changsha in der Provinz Hunan über 18.000 Fahrzeuge fest. Mehr als 50.000 Personen sind davon betroffen. Die Lokalregierungen entlang dieser Strecke organisieren die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Decken. Alte und Kranke werden versorgt und abtransportiert, und auch medizinische Rettungsteams bieten ihre Hilfe an. Zudem wurden 200.000 Soldaten zur Katastrophenbekämpfung entsandt.

Das chinesische Finanzministerium und das Ministerium für Zivile Angelegenheiten haben währenddessen den betroffenen Gebieten mehr als 100 Millionen Yuan RMB als Soforthilfe zugewiesen. Die Gelder sollen vor allem für Notunterkünfte und die Unterstützung von Betroffenen sowie für den Aufbau der Infrastruktur eingesetzt werden.

Laut Wettervorhersagen sollen die starken Schnee- und Regenfälle in Zentral-, Ost- und Südchina auch in den kommenden Tagen weiter anhalten. In einigen Teilen werden sogar Schneestürme erwartet. Die chinesische Regierung setzt daher alles daran, das Straßen- und Schienennetz in den betroffenen Regionen aufrechtzuerhalten und die Stromversorgung zu garantieren. Dabei soll vor allem die Versorgung der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen, und auch die wirtschaftlichen Bedingungen in den betroffenen Gebieten sollen wieder hergestellt werden. Sämtliche Anstrengungen dienen dazu, dass alle Chinesen ein fröhliches und glückliches Frühlingsfest feiern können.

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