| Audi verfolgt in China hohe Ziele |
| 2010/03/16 |
Die Audi AG, der Luxus-Ableger des Volkswagen-Konzerns, will den chinesischen Markt dieses Jahr mit einem Verkauf von 200.000 Fahrzeugen wieder anführen. Im Vorjahr lag der Absatz in Audis größtem Übersee-Markt bei 160.000 Fahrzeugen. "In den 21 Jahren seit Beginn unseres operativen Geschäfts in China, war das Jahr 2009 das erfolgreichste", sagte Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG auf der Jahrespressekonferenz vergangene Woche. Audis Rekord-Umsatzzahlen liegen zum Teil an Chinas wachsendem Automobilsektor. China löste die USA im vergangenen Jahr als weltgrößter Automobilmarkt ab. Der Markt wuchs sogar schneller als Audi selbst. Audis Marktanteil in China sei von 41,6 Prozent auf 40,1 Prozent zurückgegangen, sagte Stadler. Dieser kleine Verlust beunruhigt den Vorstandsvorsitzenden jedoch nicht. Auf die Frage nach Audis Untergrenze für den Marktanteil in China sagte er: "Darüber habe ich noch nie nachgedacht – wir denken nur darüber nach, wie wir unsere Ziele erreichen können." Während Audi in China ein robustes Wachstum verzeichnete, ging der weltweite Absatz im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 950.000 Fahrzeuge zurück.
Da sich die Weltwirtschaft derzeit erhole, glaubt Stadler nach eigenen Angaben daran, dass Audi dieses Jahr wieder die eine Millionen Marke an verkauften Fahrzeugen erreichen werde – das Rekordhoch des Unternehmens aus 2008. Audi plant Ausbau des Vertriebsnetzes Stadler kündigte den Ausbau des Vertriebsnetzes in China in den nächsten zwei Jahren um 60 weitere Händler an. "Damit wird Audis Mitarbeiterzahl steigen. Es wird eine unserer größten Herausforderungen sein, ihnen unsere Marke und Serviceorientierung verständlich zu machen", sagte er. "Wir wollen kein Risiko eingehen indem wir zu schnell wachsen", sagte er. "Zusammen mit unseren Partnern wollen wir unsere Kunden zufrieden stellen." Das Unternehmen hat in China derzeit 160 Händler in 95 Städten. Stadler kündigte für dieses Jahr neue Modelle für den chinesischen Markt an. "Vor allem Produkte, die voll von Emotionen und Leidenschaft sind." Seine Hoffnungen liegen auf dem Audi Q5, einem Luxus Kompakt-Geländewagen, der den Verkauf im Jahr 2010 wesentlich ankurbeln und die Marke bereichern wird. Die Produktion des Q5 begann Ende vergangenen Jahres im nordostchinesischen Changchun im Joint Venture von FAW und Volkswagen. Das Fahrzeug soll bald auf den Markt kommen. Audi betreibt derzeit zwei Produktionsstätten in Changchun mit einer Produktionskapazität von 200.000 Fahrzeugen. Dort werden der A4L und der A6L Sedan sowie der Q5 Geländewagen hergestellt. Eine Fabrik eröffnete vor sechs Monaten, um der rasch wachsenden Nachfrage in China nachzukommen. Das Unternehmen importiert in China den A5, A8, Q7, TT und R8, die im vergangenen Jahr zusammen fast zehn Prozent von Audis Verkäufen bestritten. China Hauptabsatzmarkt für Lamborghini
Für eine weitere Audisparte, den italienischen Sportwagenhersteller Lamborghini, ist China einer der Hauptabsatzmärkte, obwohl das Land im Hinblick auf die Verkaufszahlen vergangenes Jahr Platz neun belegte. "Wir glauben, dass China Italien in zwei bis drei Jahren als zweitgrößter Markt überholen wird", sagte Stephan Winkelmann, Geschäftsführer von Lamborghini. Die Vereinigten Staaten sind Lamborghinis wichtigster Absatzmarkt. Im Jahr 2009 wurden 353 Fahrzeuge dort verkauft. Der weltweite Absatz von Lamborghinis fiel von 2000 Fahrzeugen im Jahr 2008 auf 1500 Fahrzeuge in 2009. China blieb jedoch ein Lichtblick, da dort der Umsatz im gleichen Zeitraum von 70 auf 80 Fahrzeuge stieg. Winkelmann zufolge will Lamborghini dieses Jahr 100 Fahrzeuge in China verkaufen. Im Januar und Februar verkaufte das Unternehmen bereits 20 Fahrzeuge. Derzeit bietet das Unternehmen zwei Modelle in China an. Sie kosten knapp unter 3 Millionen Yuan (321.000 Euro) und 7,3 Millionen Yuan (782.000 Euro). Das Modell Gallardo trug vergangenes Jahr 70 Prozent zum Umsatz des Fahrzeugsherstellers in China bei, den Rest bestritt das teurere Modell Murcielago, sagte Winkelmann. Winkelmann will seine Superfahrzeuge außerdem nächsten Monat auf der Beijing Auto Show vorstellen und somit stärker in den chinesischen Markt einsteigen.
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