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Deutsche Wirtschaftsexperten über China und G-20-Gipfel
2010/06/28

Am Samstag und Sonntag wird der vierte G-20-Gipfel in der kanadischen Stadt Toronto stattfinden. Vor kurzem haben die Korrespondenten unseres Rundfunks in Deutschland über Fragen wie den G-20-Gipfel und die Rolle Chinas bei der gegenwärtigen Weltwirtschaftsentwicklung recherchiert. Sie haben jeweils den Geschäftsführer der deutschen Handels- und Investitionsfirma Michael Pfeiffer und Dr. Henning Vöpel vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut interviewt. Näheres hören Sie im folgenden Beitrag.

Zum bevorstehenden G-20-Gipfel hat Michael Pfeiffer als hoch qualifizierter Wirtschafts- und Handelsexperte seine eigene Ansicht. Er sagt, die durch die Finanzkrise verursachte Instabilität des Finanzmarktes habe die Wirtschaft vieler Länder direkt beeinflusst. Trotz der zurzeit besseren Weltwirtschaftslage hat die kürzlich ausgebrochene Schuldenkrise in der Eurozone neue Unsicherheitsfaktoren mitgebracht. Vor diesem Hintergrund ist das Gipfeltreffen der großen Weltmächte für die Lösung der globalen Wirtschaftsprobleme von erheblicher Bedeutung. Er sagte:

"Ich meine, das wichtigste Thema auf dem Gipfel ist, dass die Finanzmärkte und die Unsicherheit der Finanzmärkte einen ganz direkten Einfluss hat auf die Unternehmen und die Volkswirtschaften unserer Länder haben. Das mussten wir in der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr lernen. Die Herausforderung für den G20-Gipfel ist, eine Lösung zu finden, die international getragen wird von den wichtigsten Industrienationen. Die Lösung muss zu einem System beitragen, das mehr Sicherheit, mehr Verlässlichkeit und damit auch wieder Chancen bietet, dass sich die reale Wirtschaft weiterentwickelt."

Nach der globalen Finanzkrise sind einige Länder relativ schnell auf die Beine gekommen und verzeichnen eine bessere wirtschaftliche Entwicklung. Dazu gehört China. Pfeiffer lobt, China habe trotz des negativen Einflusses der Finanzkrise eine Wirtschaftszuwachsrate von nahezu 9 Prozent erzielt. Das sei sehr beachtlich. Nicht zuletzt deshalb hat die ganze Welt ihren Blick auf China hingeworfen, um zu sehen, wie China die Finanzkrise bewältigt. Über die Rolle Chinas in der Weltwirtschaft sagte der Experte des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, Dr. Henning Vöpel:

"Ich glaube, dass die Rolle Chinas innerhalb der G20 sehr stark ist. Natürlich wird sie aufgrund der Bevölkerungsgröße und der wirtschaftlichen Entwicklung in Zukunft weiter zunehmen. Überhaupt keine Frage, dass die Weltwirtschaft oder die Weltgemeinschaft zur Lösung der globalen Probleme verstärkte Koordination brauchen. Und da spielt China eine unglaublich wichtige Rolle. Sowohl für die Regulierung der Finanzmärkte als auch für den Abbau des globalen Ungleichgewichts der Handelsbilanz. Es gilt aber auch in Fragen des Klimaschutzes. Es wird zu einer verstärkten Koordination und Kooperation kommen müssen, um die globalen Probleme zu lösen. Insofern ist China einer der zentralen Akteure in der Welt."

Gleichzeitig verwies Dr. Vöpel darauf, dass China ebenfalls mit den negativen Einflüssen der Weltfinanzkrise zu kämpfen habe. Deshalb müsse China aktive Maßnahmen treffen, um eine stabile und nachhaltige Entwicklung seiner Wirtschaft zu garantieren.

"Viele Teile der Bevölkerung sind nach wie vor relativ arm. Es gibt Städte an der Ostküste, in denen die wirtschaftliche Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten ist. Aber dennoch gibt es weiterhin starke Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb Chinas, das ist der eine Punkt. Man muss, glaube ich, an einem ausgeglichenerem Wachstum innerhalb Chinas arbeiten. Der andere Punkt ist die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums. Es wäre natürlich insgesamt für die Welt, aber auch für China wichtig, dass man verstärkt den Fokus auf nachhaltiges Wachstum legt"

Pfeiffer sagte wiederum, dass sich nicht nur China, sondern auch die meisten wichtigen neuen Industrieländer relativ rasch von der Finanzkrise erholt hätten. Die traditionellen Industrieländer wurden von der Finanzkrise jedoch schwer getroffen. Die derzeitige Hauptfrage ist, wie sie einen gemeinsamen Entwicklungsweg im Interesse beider Seiten finden können. Dies ist eine wichtige Aufgabe für den G-20-Gipfel.

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