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Ein erneuter Frühling der umfassenden Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland: Namensartikel von Botschafter Shi Mingde
2014/03/24

Der folgende Namensartikel von Botschafter Shi Mingde zu den Themen Staatsbesuch von Staatspräsident Xi Jinping in Deutschland und chinesisch-deutsche Beziehungen erschien am 20. März 2014 in der chinesischen Volkszeitung, Renmin Ribao.

„Der Ostwind weht, und Frühling wird es in aller Augen.“ In dieser Jahreszeit der wiedererwachenden Natur wird Staatspräsident Xi Jinping Deutschland einen Staatsbesuch abstatten. Dieser Besuch stellt ein historisches Ereignis in der Geschichte der chinesisch-deutschen Beziehungen dar, er markiert einen weiteren Frühling für ein Jahr mit großen Chancen und Hoffnungen für die chinesisch-deutschen Beziehungen.

China und Deutschland stehen beide in neuen Phasen ihrer Entwicklung. China ist nun dabei, die umfassenden Reformen zu vertiefen, und in Deutschland hat die Große Koalition gerade ein neues Regierungsprogramm auf den Weg gebracht. Beschleunigte Strukturanpassungen und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung sind gemeinsame Aufgaben für beide Länder. Die Führungspersönlichkeiten beider Länder werden von einem neuen Ausgangspunkt aus gemeinsam ein neues Stadium der bilateralen Beziehungen eröffnen.

Während des Besuchs von Staatspräsident Xi Jinping wird ein Programm für die zukünftige Entwicklung der chinesisch-deutschen Beziehungen Gestalt annehmen. Er wird richtungsweisend für die bilateralen Beziehungen sein, er wird eine Blaupause für sie skizzieren; er wird den stategischen Charakter und die Langfristigkeit der Beziehungen steigern, die „strategische Partnerschaft“ zwischen China und Deutschland mit noch mehr Substanz erfüllen, er wird die chinesisch-deutschen Beziehungen auf die „Beschleunigungsspur“ einer umfassenden Weiterentwicklung lenken.

Wenn ich als Wegbegleiter der chinesisch-deutschen Beziehungen heute zurückdenke, dann bin ich zutiefst davon überzeugt, dass diese Beziehungen heute den besten Stand in ihrer Geschichte erreicht haben; sowohl die Tiefe als auch die Breite der Beziehungen sind präzedenzlos, und ihre Vorreiterrolle in den chinesisch-europäischen Beziehungen tritt noch stärker hervor.

Die Führungspersönlichkeiten beider Länder statten sich häufige gegenseitige Besuche ab und unterhalten enge und vertrauensvolle persönliche Kontakte. Das politische Vertrauen zwischen den beiden Ländern wächst immer mehr; es wurden umfassende und vielschichtige Mechanismen der Zusammenarbeit etabliert. Im Jahr 2010 erhoben beide Länder ihre Beziehungen in den Rang einer strategischen Partnerschaft. 2011 hielten sie die erste Runde der Regierungskonsultationen ab; dabei handelt es sich um den höchstrangigen Konsultationsmechanismus zwischen China und einem Land des Westens. Derzeit werden von den beiden Seiten über 60 Dialog- und Konsultationsmechanismen auf verschiedenenen Ebenen unterhalten, die für die Stärkung des strategischen Gehalts der bilateralen Beziehungen, die Vertiefung und Verbreiterung der konkreten Kooperationen sowie für die Planung und Steuerung der Beziehungen wichtige Beiträge leisten.

China und Deutschland vertiefen stetig ihre konkrete Zusammenarbeit und verstärken die Verflechtung der gemeinsamen Interessen. Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa, sowie die wichtigste Quelle für Auslandsinvestitionen und Technologieeinfuhr. 2013 erreichte der bilaterale Handel 161.6 Milliarden US-Dollar, das 580fache des Werts von 1972, dem Jahr der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen. Der chinesisch-deutsche Handel steht für fast ein Drittel des chinesisch-europäischen Handels. Die chinesisch-deutsche Wirtschaftszusammenarbeit ist dabei, ihre Struktur zu optimieren und sich in Richtung höherer Wertschöpfung zu entwickeln; die Investitionen kommen von der „Einbahnstraße“ weg und werden immer mehr in beiden Richtungen getätigt, und das heranreifende „Made in China“ ist durchaus in der Lage, mit dem altbewährten „Made in Germany“ eine perfekte Verbindung einzugehen.

China und Deutschland sind Länder mit großem Einfluß in der Welt, sie haben breit gesteckte gemeinsame Interessen; sie tragen wichtige Verantwortung in regionalen und internationalen Angelegenheiten. Während der globalen Finanzkrise arbeiteten beide Länder Hand in Hand zusammmen, bemühten sich um eine Reform des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems, wandten sich gegen Protektionismus und leisteten so wichtige Beiträge für eine stabile Entwicklung der Weltwirtschaft. In der Frage internationaler und regionaler Krisenherde setzen sich beide Länder mit Nachdruck für friedliche Lösungen und für Verhandlungen ein. Damit üben sie einen konstruktiven Einfluss zur Wahrung des Weltfriedens aus.

Der Kulturaustausch bildet eine unerschöpfliche Triebkraft für die chinesisch-deutschen Beziehungen. Im Jahr 2013 haben China und Deutschland gemeinsam das „Deutsch-Chinesische Sprachenjahr“ auf den Weg gebracht. Über 30.000 Studenten aus China bilden die größte Gruppe unter den Auslandsstudenten in Deutschland, und über 6.300 junge Leute aus Deutschland studieren in China. Vor dem Hintergrund der heute sich stetig vertiefenden Beziehungen zwischen China und Deutschland legt Deutschland auch verstärktes Gewicht auf die wissenschaftliche Erforschung des zeitgenössischen China. Die Stiftung Mercator hat letztes Jahr die Gründung des größten europäischen Instituts für China-Studien in Berlin bekanntgegeben.

„Allerorten wehen östliche Winde, alle Farben fügen sich zusammen zu einem einzigen Bild des Frühlings.“ Ich bin der Überzeugung, dass der Deutschlandbesuch von Präsident Xi Jinping, dem beide Seiten hohe Bedeutung zumessen, und für den beide Seiten große Anstrengungen unternehmen, mit Sicherheit ein voller Erfolg werden wird. Dieser Besuch wird gleich einem kräftigen Ostwind den chinesisch-deutschen Beziehungen einen farbenprächtigen Frühling bringen. Was die Zukunft betrifft, sollten beide Länder das Generalthema und die große Richtung der Zusammenarbeit unbeirrt beibehalten. Sie sollten durch eine Vetiefung der konkreten Zusammenarbeit, so dass das Schiff der chinesisch-deutschen Beziehungen weiter unter vollen Segeln und bei günstigen Winden durch die Wogen gleiten wird.

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