Home Über uns Wirtschaft und Handel Kontakt Konsularservice Bildung Links
 
Home > China im Überblick
Richtlinie verwendet Marktansatz, um Umweltverschmutzung einzudämmen
2013/02/25

Die Chemie- und Schwerindustrie gelten als die größten Umweltsünder in China. Nun sollen sie verpflichtet werden, an einer Art Umwelt-Versicherung teilzunehmen, die eventuelle Folgeschäden durch die Umweltverschmutzung abdecken soll.

Das Ministerium für Umweltschutz hat am Donnerstag eine Richtlinie veröffentlicht, nach der sich Unternehmen mit hohem Umweltgefährdungs-Risiko verpflichten müssen, an einer Umwelt-Haftungsversicherung teilzunehmen. Das Ministerium hat zusammen mit Chinas Versicherungs-Regulativkommission dieses Versicherungssystem bereits 2007 erstmals vorgestellt, um eine marktorientierte Annäherung an das Umweltschutzproblem zu erproben und die Opfer etwaiger Schäden zu entschädigen. Die neue Richtlinie soll petrochemische Unternehmen und die Schwermetall-Industrie dazu bringen, an diesem System teilzunehmen. Diese nahmen an den entsprechenden Maßnahmen bisher nur auf freiwilliger Basis teil. Das System wird bereits in zehn Provinzen und Regionen angewendet und versichert mehr als 2000 Unternehmen zu einem Wert von annährend 20 Milliarden Yuan.

Nach Angaben der neuen Richtlinie müssen Unternehmen, die in den betroffenen Industrien tätig sind, aber nicht am Versicherungssystem teilnehmen, künftig mit Restriktionen rechnen. Außerdem werden sie in Zukunft Schwierigkeiten haben, Bewilligungen für ihre Projekte zu bekommen, dazu soll ihre Kreditwürdigkeit herabgestuft werden. Dies ist der zweite Schritt des Ministeriums, um die Umweltrisiken durch gefährliche Chemikalien in der industriellen Entwicklung in den Griff zu bekommen. 58 Arten gefährlicher Chemikalien von einer gesamten Menge von 3000 wurden als Schlüsselchemikalien genannt, die nach dem Fünfahresplan von 2011 bis 2015 verstärkt eingedämmt und kontrolliert werden sollen. Bis 2015 soll ein generelles Managementsystem errichtet werden, um die Risiken für Umweltschäden durch gefährliche Chemikalien in den Griff zu bekommen. Mehr als die Hälfte der 568 Umweltnotfälle, die dem Ministerium zwischen 2008 und 2011 gemeldet wurden, hatte mit toxischen Chemikalien zu tun, wie aus dem Plan hervorgeht.

China erhält nach Angaben des Plans jedes Jahr tausende von Produktions- und Importanfragen. Aber der Einfluss, den diese Stoffe auf die Gesundheit der Menschen und die Umwelt ausüben, ist unklar. Der chemische Industrie-Output in China war im Jahr 2010 weltweit an der Spitze, mit mehr als 25.000 großen Chemie-Unternehmen. Der Output an Pestiziden, Färbungsmitteln, Methanol und chemischer Düngemittel ist weltweit am höchsten. "Die Umwelt steht unter einer großen Belastung, die durch die rasche Entwicklung der chemischen Industrie verursacht wird", sagte Li Lei, die verantwortliche Direktorin an der Umweltverschmutzungs-Kontrollabteilung des Ministeriums. "Chemikalien, giftiger Abfall und Schwermetall sind die drei wichtigsten Ziele bei der Verschmutzungskontrolle", sagte sie in einem Entwicklungstreffen im Dezember. Aus dem Plan geht hervor, dass einige der toxischen oder gefährlichen Chemikalien, die in China entweder produziert oder verwendet werden, in anderen entwickelten Ländern bereits verboten oder eingeschränkt wurden.

Diese Chemikalien werden nur schwer durch natürliche Prozesse zersetzt oder abgebaut. Sie können sich in Tieren oder den Organen der Menschen ablagern, wo sie die Struktur der Chromosomen beeinträchtigen und ihr Wachstum beeinflussen. Sie haben bereits eine Trinkwasserkrise in vielen Teilen des Landes verursacht – einige Regionen wurden sogar als "Krebsdörfer" bezeichnet. Studien zeigen, dass in den letzten Jahren eine große Menge an giftigen organischen Schadstoffen in den Flussläufen des Flusses Jangtse gefunden wurde. Mehr als 170 Arten von organischen Schadstoffen wurden in den Gewässern in der Nähe des Drei-Schluchten-Staudamms gefunden, 18 davon werden von der Umweltschutzabteilung der Vereinten Nationen als hochgiftig eingestuft.

Quelle: german.china.org.cn

Suggest to a friend
  Print