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Weiterer Ausbau neuer Energien in China
2013/08/22

Immer mehr Länder legen inzwischen wachsenden Wert auf erneuerbare Energien. Dabei ist China das Land mit den meisten Windgeneratoren weltweit – hier werden 26 Prozent des Weltaufkommens an Strom aus Windenergie gewonnen. Gleichzeitig ist aber der Anteil der Windkraft an der Gesamtenergiebilanz in China deutlich geringer als etwa in Deutschland oder Dänemark. In diesem Bereich hat China also noch einen enormen Entwicklungsraum.

Das Zhaobei-Windkraftwerk befindet sich in der Stadt Baicheng in der nordostchinesischen Provinz Jilin, wo viel Windenergie zur Verfügung steht. Insgesamt entfallen mehr als 80 Prozent der nutzbaren Windenergie in China auf den Nordosten, den Nordwesten und das Autonome Gebiet Innere Mongolei. Diese Gebiete haben dabei eine gemeinsame Besonderheit, nämlich extreme Kälte im Winter. Um die Windkraftgeneratoren auch im Winter nutzen zu können, müssten sie zusätzlich beheizt werden. Da die während der kalten Wintermonate zur Verfügung stehende Energie allerdings vollständig für die Beheizung von Unterkünften und Produktionsstätten benötigt wird, tritt bei der Stromerzeugung durch Windenergie eine Zwangspause ein. Dies verhindert die umfassende Benutzung der Windressourcen. Liu Zhanwen vom Energieamt der Provinz Jilin rechnet dazu vor, dass dort aufgrund der unvernünftigen Struktur von Stromerzeugung und -Verbrauch mehr als 30 Prozent der Windenergie im Winter nicht genutzt werden können und wertvolle Ressourcen damit buchstäblich vom Winde verweht werden:

„In Nordgebieten Chinas müssen im Winter spezielle Stromerzeuger eingesetzt werden, die parallel zur Heizung auch Strom produzieren können. Damit könnte der Stromverbrauch im Winter gedeckt werden. Bislang werden die Windgeneratoren im Winter außer Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr 2012 waren die Windgeneratoren in der ganzen Provinz nur für 1420 Stunden in Betrieb. Dies entspricht dem niedrigsten Niveau des ganzen Landes. 31,2 Prozent der zur Verfügung stehenden Windenergie konnten nicht genutzt werden."

Tatsächlich ist derzeit eine Optimierung der vorhandenen Stromerzeugungsanlagen nicht unmöglich. Zwar haben zahlreiche deutsche Stromerzeuger Systeme zur gleichzeitigen Nutzung von Elektrizität und Wärme durch Kraft-Wärme-Kopplung installiert, so genannte Blockheizkraftwerke. Zheng Jianlin vom Energieamt der Provinz Jilin sieht Chinas Technologie in diesem Bereich derzeit im Rückstand zum Weltniveau.

„Energien können konzentriert und der aktuellen Nachfrage der Verbraucher angepasst werden. Allerdings fehlt es in China derzeit noch an entsprechender Technologie, und wenn es sie gibt, ist sie zu teuer. Dabei ist dies meiner Meinung nach die wichtigste einzelne Technologie bezüglich der weitern Entwicklung neuer Energien."

Die Nutzung der Windenergie in China hat bereits ein enormes Ausmaß und entwickelt sich sprunghaft weiter. Der staatlichen Energiebehörde zufolge wird die Leistung der installierten Windgeneratoren in der Volksrepublik 2015 mehr als 100 Millionen Kilowatt und 2020 gut 200 Millionen Kilowatt erreichen. Allerdings müssen die zuständigen Behörden inzwischen die gesamte Infrastruktur der neuen Energien perfektionieren, damit sich die Windkraftwerke in China wirklich umfassend entwickeln können.

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