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Chinas Schuldenstand erreicht bedenkliche Ausmaße
2012/10/24

Ein chinesischer Think Tank berichtet, dass Chinas offizieller Schuldenstand in Kürze internationales Meldeniveau erreichen könnte. Bei vielen der ausstehenden Kredite handele es sich um kurz- und mittelfristige Darlehen, die in diesem oder dem nächsten Jahr fällig würden, insbesondere die Gelder des 2009 aufgelegten Konjunkturpakets.

Schon Ende 2010 hatten die gesamten Verbindlichkeiten Chinas den Stand von etwa 24 Billionen Yuan (knapp 3 Billionen Euro) erreicht, 59 Prozent des damaligen Bruttoinlandsprodukts.

Das dem chinesischen Staatsrat direkt unterstellte Forschungszentrum gab in einem kürzlich veröffentlichten Bericht bekannt, dass die Rückzahlungstermine für die im Jahr 2009 im Rahmen des großen Konjunkturpakets gewährten Kredite sich unaufhaltsam näherten. Jedoch hätten die seit 2009 sukzessive eingeführten Kauf- und Verkaufsbeschränkungen auf dem Immobilienmarkt auch zu sinkenden Einnahmen der Lokalregierungen geführt, so Wei Jianing, einer der Autoren des Berichts. Die Fähigkeit der Lokalregierungen, diese Schulden nun zu begleichen, sei stark gefährdet, so Wei weiter.

Der Schuldenstand der chinesischen Provinzen hat sich seit 2006 fast verdreifacht. Laut Informationen des chinesischen Rechnungshofes müssen etwa 42 Prozent der Schulden bis Ende 2012 beglichen werden, und weitere 53 Prozent bis Ende 2013. Das bedeutet, dass die Lokalregierungen in diesem Jahr etwa 4,5 Billionen Yuan (550 Milliarden Euro) und im nächsten Jahr weitere 5,7 Billionen Yuan (710 Milliarden Euro) zurückzahlen müssen. Ob die chinesischen Provinzen angesichts dieser riesigen Summen zahlungsfähig bleiben, ist unklar. Chinesische Experten sind vor allem wegen einiger spezieller Finanzinstrumente besorgt, derer sich die Provinzregierungen zur Finanzierung ihrer Infrastrukturprojekte bedient hatten. Es geht dabei um etwa fünf Billionen Yuan, die in undurchschaubaren Finanzvehikeln stecken und für den Bau von Flughäfen und Autobahnen vorgesehen waren. Experten gehen davon aus, das derzeit mindestens 26 Prozent dieser Projekte ausschließlich Verluste einfahren.

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