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Deutsche und Österreichische Reisebranchen bauen Geschäft mit chinesischen Touristen aus
2007/12/19

Mit fantastischen Landschaftsbildern und deutscher Musik haben vor kurzem deutsche und österreichische Tourismusunternehmen um mehr chinesische Urlauber geworben. Auf einer einwöchigen Präsentationstour durch die chinesischen Großstädte Guangzhou, Shanghai und Beijing sowie die Sonderverwaltungszone Hongkong nahmen 25 deutsche und 23 österreichische Reiseunternehmen Kontakte zu chinesischen Partnern auf.

Die letzte und wohl die wichtigste Station machten die deutschen und österreichischen Reiseunternehmer in der chinesischen Hauptstadt Beijing. Mit Humor und fließendem Chinesisch bemühte sich Josef Stockinger, China-Manager des österreichischen Fremdenverkehrsamts darum, den ungefähr 80 Medienvertretern und 200 Partnern aus der Tourismusbranche ein positives Bild der beiden Länder zu vermitteln.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) stellte vor der Presse außerdem das Thema für das Jahr 2008 vor. Horst Lommatzsch, Destinationsmanager für Asien, Australien und Südafrika:

"Mit Schlössern, Parks und Gärten haben wir ein Thema gewählt, das in China noch nicht so bekannt ist. Wir haben unglaublich viele Schlösser und diese setzen wir in Verbindung mit Gärten. Wir wissen, dass die Chinesen Gärten sehr mögen. Manche unserer Gärten stehen auf der Liste des Weltkulturerbes. Diese Schlösser, Parks und Gärten möchten wir gerne zum Thema machen. Wir wollen unseren Gästen jährlich ein neues Thema anbieten, unter dem sie Deutschland besuchen können und unter dem sich Deutschland vorstellen kann."

Im kommenden Jahr werden Österreich und die Schweiz gemeinsam Gastgeber der Europäischen Fußballmeisterschaft sein. Daher ist es nur natürlich, dass im Jahre 2008 Fußball das Thema der österreichischen Tourismusbranche sein wird. Dazu Pamela Widhalm, Marketingmanagerin für den Auslandsmarkt beim österreichischen Fremdenverkehrsamt:

"In Österreich wird die Europäische Fußballmeisterschaft in vier Städten stattfinden. Das Finale wird in Wien stattfinden. 2009 feiern wir in Österreich dann zwei wichtige Veranstaltungen. Das eine ist Haydens Geburtstag und das andere ist der Status von Linz als europäische Kulturhauptstadt. Dazu laufen bereits umfassende Vorbereitungen."

Seit einigen Jahren ist China ein sehr wichtiger Tourismusmarkt für Deutschland und Österreich. Seit 1996 wächst die Zahl chinesischer Reisender nach Deutschland jährlich im Durchschnitt um zehn Prozent. Weltweit standen Chinesen 2006 mit 925.000 Übernachtungen an der dritten Stelle unter den ausländischen Reisenden nach Deutschland. Allerdings hat sich das Wachstum in den ersten acht Monaten dieses Jahres etwas verlangsamt. Die deutschen und österreichischen Reiseunternehmen wollen daher nicht nur Geschäftsleute, sondern auch mehr Individual-Reisende aus China für sich gewinnen. Denn bisher besuchen die meisten Chinesen Deutschland, entweder im Rahmen von Incentivereisegruppen, das heißt auf Einladung ihrer Unternehmen oder auf Dienstreise. Mehr Individual-Reisende könnten für die Reisebranche eine wesentliche Erweiterung ihres Geschäfts bedeuten. Das Bundesland Hessen zum Beispiel versucht, durch die Vielfalt von Reisemöglichkeiten sowohl Dienstreisende als auch Individual-Reisende aus China anzuziehen. Tiziana Turgetto, Marketingreferentin des hessischen Tourismusamts:

"Viele chinesische Bürger, die nach Deutschland reisen, kommen in Frankfurt an, sei es für geschäftliche oder für touristische Informations- oder Ausflugsreisen. In Hessen können chinesische Besucher außerdem viele kleine Ortschaften besuchen. Außerdem gibt es viele Burgen und Schlösser, die gut erhalten sind. Sie sind teilweise zu Hotels umgebaut worden und können als Aufenthaltsort in Hessen benutzt werden. Das Interesse der chinesischen Kunden an Hessen liegt in erster Linie darin, die Stadt Frankfurt anzuschauen. Ein weiterer Aspekt ist, dass das Land Hessen für viele chinesische Reisenden das Land der Brüder Grimm ist. Chinesische Gäste können bei ihrer Reise durch Hessen viel von dem Leben der Gebrüder erfahren. Wir wünschen uns, dass in Zukunft mehr chinesische Gäste weg von der Großstadt und auf das Land und in die schönen Waldgebiete hinausfahren oder sich die eine oder die andere Burg von Hessen anschauen werden."

Um mehr chinesische Kunden zu gewinnen, brauchen die deutschen und österreichischen Unternehmer neben einem speziell entwickelten Angebot noch mehr Erfahrungen. Susanne Höller, Managerin für den Verkauf bei der Graz Tourismus GmbH berichtet, dass man durch enge Zusammenarbeit mit Reiseagenturen herausfinden könne, wo das Interesse chinesischer Urlauber liege:

"Wir arbeiten hier eng mit den Reiseagenturen in Österreich zusammen, die bereits Kontakte nach China haben. ..Wir stehen diesen Reiseagenturen mit aktuellen Tipps und mit Hinweisen zur Verfügung und sind bereit, sie in Österreich zu betreuen. Nach Graz kommen viele chinesische Geschäftsreisende, weil wir eine sehr starke Industriezone um Graz haben. Man kann sagen, 50 Prozent unserer chinesischen Gäste sind Geschäftsreisende oder chinesische Delegationen."

Das ist in vielen österreichischen Städten der Fall, bestätigt Pamela Widhalm vom österreichischen Fremdenverkehrsamt:

"Es gibt in Österreich sehr viele gute Einsteigerunternehmen, die sich auf chinesische Reisende spezialisiert haben. Man bekommt teilweise österreichisches Essen, teilweise chinesisches Essen. Man findet auf den Zimmern zum Beispiel die notwendigen Utensilien zum Teemachen, man findet in den Hotels mittlerweile chinesische Broschüren, die auf Chinesisch die Sehenswürdigkeiten oder Hotelangebote beschreiben. Wir bewegen uns immer weiter in Richtung einer Internationalisierung. China ist für uns ein sehr wichtiger Markt geworden, vor allem seit Mozarts 250 Geburtstag im vergangenen Jahr. Wir bemühen uns, in den Städten immer stärker auf die chinesischen Gäste einzugehen. In diesem Rahmen gibt es immer mehr Angebote, wie zum Beispiel Souvenirshops. Außerdem gibt es mittlerweile chinesischsprachige Verkäufer in den Läden und chinesischsprachige Mitarbeiter in den Restaurants."

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