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Kampfkunst und Mystik: Der Reiz von Zhengzhou
2009/12/29
 

Als eine der historischen Hauptstädte Chinas hat Zhengzhou ein großes geschichtliches und kulturelles Erbe. Mit über 2.000 historischen Sehenswürdigkeiten in der ganzen Stadt ist die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Henan ein beliebtes Reiseziel sowohl für chinesische wie auch für ausländische Touristen.

Kampfkunst

Mönche praktizieren im bekannten Shaolin-Tempel Kungfu.

Die bekannteste Touristenattraktion in Zhengzhou ist der Shaolin-Tempel. Es handelt sich um einen buddhistischen Tempel am Songshan-Berg in Dengfeng, 70 Kilometer vom Stadtzentrum Zhengzhous entfernt. Der Shaolin-Tempel wurde 495 nach Christus von einem Kaiser der Nördlichen Wei-Dynastie (386-534) gebaut und sollte den indischen Dhyana-Meister, Batuo, beherbergen, der nach China gekommen war, um Buddhismus zu lehren.

527 nach Christus kam der 28. Patriarch des buddhistischen Bodhidharma zu dem Tempel und führte den Chan-Buddhismus ein, der später zur dominanten Richtung im chinesischen Buddhismus wurde.

Während seiner Geschichte von über 1.500 Jahren wurde der Tempel mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Die meisten der heutigen Gebäude sind in der Ming- und Qing-Dynastie gebaut worden, darunter das Shanmen-Tor, der Bodhidharma-Pavillon sowie die Palasthallen Baiyi, Dizang und Qianfo.

Nach der Legende blieb einst Hui Ke, ein Schüler des Bodhidharma und der zweite Patriarch der chinesischen Chan-Buddhismus-Sekte, vor dem Pavillon, um auf seinen Lehrer zu warten, obwohl ein heftiger Schneesturm tobte.

Im Innern des Tempels befinden sich über 400 Steininschriften, die in literarischen Zeichen der Tang-Dynastie und deren Vorfahren geschrieben wurden. Kangxi, der zweite Qing-Kaiser, schrieb die kalligraphische Inschrift "Shaolin-Tempel", die noch heute am Shanmen-Tor hängt.

Für die meisten Menschen ist der Shaolin-Tempel besser bekannt wegen der Assoziation mit chinesischer Kampfkunst oder Kungfu als für seinen Zusammenhang mit dem Chan-Buddhismus. Jedoch treten die beiden Dinge häufig in Verbindung auf. Kungfu-Übungen sind ein Weg der Übung des Chan, meinen viele: "Kungfu ist die Materialisierung des Chan, während Chan der Geist des Kungfu ist".

Viele Touristen werden von dem Tempel wegen seines großen Einflusses auf den Buddhismus und die Kampfkunst angezogen, auch berühmte Persönlichkeiten wie Basketballstar Shaquille O'Neal und der ehemalige Präsident Russlands, Vladimir Putin.

Historische Sehenswürdigkeiten

Neben dem Shaolin-Tempel gibt es in Zhengzhou viele andere historische Sehenswürdigkeiten, von denen jede die unterschiedlichen Aspekte der verschiedenen Zeiten und kulturellen Ereignisse repräsentiert. Am meisten empfohlen werden folgende Sehenswürdigkeiten:

 

Die Sternwarte

Die Sternwarte befindet sich in Dengfeng. Vor rund 700 Jahren, in den frühen Tagen der Yuan-Dynastie (1271-1368), ließ der berühmte Astronom und Mathematiker Guo Shoujing die Sternwarte errichten. Es ist die älteste Sternwarte in China und eine der ältesten heute noch existierenden Sternwarten auf der Welt. 1280 arbeitete Guo den bis dato fortschrittlichsten Kalender aus – den Shoushili-Kalender.

Universität Songyang

Die Universität Songyang wurde 484 nach Christus am südlichen Fuß des Songshan-Berges gebaut. Sie gehört zu den vier renommiertesten historischen chinesischen Universitäten und ist weit bekannt für ihren Neokonfuzianismus. Verschiedene Meister des Neokonfuzianismus der Nördlichen Song-Dynastie (960-1127) lehrten dort, darunter Chen Hao, Chen Yi, Sima Guang, Fan Zhongyan und Zhu Xi. Vor der Universität stehen zwei der ältesten Zypressenbäume in China, die über 4.000 Jahre alt sind.

Häuser des Kangbaiwan

Die Häuser des Kangbaiwan (Kang ist der Familienname und "baiwan" bedeutet Millionär) befinden sich in Gongyi, 82 Kilometer von Zhengzhou entfernt. Der gesamte Komplex besteht aus 19 Gebäuden, die eine Gesamtfläche von 64.300 Quadratmetern einnehmen. Er ist ein typisches Beispiel der feudalistischen Festungs-Architektur, wie sie auf dem Löss-Plateau in Nordchina während des 17. und 18. Jahrhunderts vorkam. Die Einmeißelungen in Steine, Holz und Ziegel im ganzen Komplex sind von besonderem künstlerischem Wert.

Heim des Poeten Du Fu

Der berühmte Dichter Du Fu aus der Tang-Dynastie wurde in Gongyi geboren, einem Gebiet unter der direkten Zuständigkeit von Zhengzhou. Der Landsitz der Ahnen des Du Fu befand sich hier. Das genaue Datum des Baus ist nicht bekannt, und der Landsitz wurde seit der Qing-Dynastie mehrmals restauriert.

Der Grotten-Tempel

Der Grotten-Tempel in Gongyi wurde in der Nördlichen Wei-Dynastie erbaut. Er besteht heute aus fünf Höhlen, einem Schrein, 255 kleinen Nischen, drei großen Klippenwand-Buddha-Statuen, 7.743 Buddha-Statuen und über 200 Steininschriften. Die Verzierungen auf beiden Seiten des Höhleneingangs sind sehr selten wegen ihres kompakten Designs, den realitätsnahen Formen und glatten Linien, die den Tempel zu einem Relikt mit ganz eigenem Charakter machen.

Song-Mausoleum

Das Song-Mausoleum befindet sich in Gongyi. Es ist die größte Gruppe an kaiserlichen Gräbern in Zentralchina. Das Song-Mausoleum hat über 200 Gräber. Es ist von Nord nach Süd 15 Kilometer lang und von Ost nach West 10 Kilometer breit. Die Steinskulpturen der Menschen und Tiere im Song-Grab sind die einzigen existierenden Gruppen an Statuen aus der Song-Dynastie in China, was sie zu wertvollen Relikten macht.

Kulturreise

Da Zhengzhou eine solche Fülle an Kulturrelikten hat, arbeitet die Lokalregierung hart daran, diese als ideale Attraktionen für heutige Touristen zu etablieren. Die folgenden sind einige der Dinge, die auf jeden Fall auf dem Plan eines Besuchers stehen müssen.

Hauspalast des Huangdi

Huangdi, auch bekannt als der "Gelbe Kaiser", wurde in Zhengzhou geboren. Huangdi und ein weiterer Stammesführer, Yandi, sollen die Mitbegründer der chinesischen Nation und Zivilisation gewesen sein. Die Lokalregierung hat einen Schrein in der Heimatstadt Huangdis gebaut, damit die chinesischen Besucher ihre Vorfahren ehren können. Zu dem Schrein gehören fünf separate Gebiete, darunter die Ahnenhalle des Huangdi, der Geburtsort des Huangdi und eine Ausstellungshalle.

Wen-Tempel

Der Wen-Tempel, auch bekannt als Konfuzius-Tempel, wurde während der Östlichen Han-Dynastie gebaut. Er war ursprünglich ein Ort, an dem Schüler die Klassiker des Konfuzius studierten. Während der Ming-Dynastie wurde der Name in Wen-Tempel ("Literatur"-Tempel) geändert. Der Hauptschrein des Wen-Tempels hat ein Dach im Xieshan-Stil.

Landschaftsgebiet des Gelben Flusses

Landschaft um den Gelben Fluss

Das Landschaftsgebiet des Gelben Flusses erstreckt sich auf 17 Quadratkilometer. 1987 begann die Lokalregierung, an zwei Statuen des Yangdi und des Huangdi an dem Fluss zu arbeiten. Die beiden Statuen, die 2007 fertig gestellt worden sind, sind jeweils 106 Meter hoch.

Shaolin-Musikaufführung

Diese Aufführung im Freien besteht aus fünf Abschnitten – aus der Musik von Wasser, Holz, Wind, Licht und Stein. Die beeindruckende Aufführung kombiniert Kampfkunst mit moderner Beleuchtung und fortschrittlicher Audio-Technik wie auch dem Chorgesang der Shaolin-Mönche. Viele berühmte Persönlichkeiten wie der Präsident des Internationalen Olympia-Komitees Jacques Rogge und der Präsident von Singapur, S.R. Nathan, haben die Aufführung bereits besucht und sie in den höchsten Tönen gelobt.

Die historischen Gebäude des Songshan-Berges

Für die historischen Gebäude am Songshan-Berg läuft zurzeit ein Antrag um Aufnahme in die Liste des UN-Weltkulturerbes. In den Gebäuden werden viele heute ausgestorbene Traditionen abgehalten, beispielsweise Zeremonien. Sie dienten außerdem früher als Bildungseinrichtungen.

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