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Chinas Außenhandel auf Platz Eins der Weltrangliste
2014/02/13
Chinas Außenhandelsvolumen hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Marke von vier Billionen US-Dollar überschritten. Damit ist die Volksrepublik neuer Außenhandelsweltmeister, was in den Medien in aller Welt mit entsprechender Aufmerksamkeit registriert wurde. Oft wird dies mit dem Hinweis verbunden, dass China bereits zu den stärksten Staaten weltweit gehöre. Allerdings gibt es auch skeptische Kommentare mit dem Tenor, die chinesischen Zahlen könnten übertrieben sein. Zudem sehen auch chinesische Unternehmer und Wirtschaftsvertreter die neuen Außenhandelszahlen nicht nur mit Euphorie. Obwohl das Außenhandelsvolumen insgesamt ständig zugenommen habe, hätten davon bei weitem nicht alle Betriebe profitiert. Zudem sei China zwar zweifelsohne ein großes, aber kein starkes oder überlegenes Außenhandelsland. Denn trotz seines enormen Volumens sei Chinas Außenhandel qualitativ und strukturell viel rückständiger als der von führenden Industriestaaten. Dazu sagte der chinesische Handelsminister Gao Hucheng:

„Mittlerweile befindet sich China in einer Übergangsperiode, in der traditionelle Überlegenheiten und Vorteile schwinden, ohne bereits durch heranreifende neue Überlegenheiten ersetzt worden zu sein. China überholt die USA als Außenhandelsweltmeister quantitativ zum größten Handelsland der Welt. Allerdings bedeutet dies auf keinen Fall, dass China bereits ein starkes Handelsland sei. Das ist allgemein bekannt. Die Struktur des chinesischen Außenhandels ist wenig rational. Mit niedriger Qualität der Produkte befindet sich das Land im Wesentlichen am mittleren und unteren Ende der globalen Wertkette."

Zum Unterschied zwischen einem großen Handelsland und einem starken Handelsland erklärte Zhang Monan vom chinesischen Zentrum für internationalen ökonomischen Austausch:

„Ein starkes Handelsland wird sowohl durch die große Quantität seines Handels gekennzeichnet, als auch durch dessen hohe Qualität. Letzteres wird wesentlich bestimmt durch die Wettbewerbsfähigkeit, den Anteil am Weltmarkt und die Wertschöpfung im Außenhandel. Das heißt, aus dem Handel erwächst tatsächlich ein Zuwachs an Eigentum für die Wertkette des Landes, Mehrwert also. Das ist zwingend erforderlich. Im globalen Handel legen die Industriestaaten größeren Wert auf den Anteil von Service und Dienstleistungen am Handel. Das heißt, der Anteil der Dienstleistungen am Handel von Industriestaaten ist hoch. Ich meine, dass diese Besonderheiten darüber entscheiden, ob ein Handelsland groß oder stark ist."

Insofern, so Zhang Monan weiter, erfülle China vorerst nur die erste Voraussetzung eines starken Handelslandes, durch das größte Handelsvolumen nämlich. Zugleich bringe dies aber auch eine Zunahme der Handelsstreitigkeiten zwischen China und anderen Ländern mit sich. Absehbar sei auch, dass China im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels und der Branchenoptimierung in den nächsten Jahren auch im High-Tech-Bereich mit den Industriestaaten konkurrieren werde. Dies bedeute aber auch weitere Handelskontroversen für die Volksrepublik. Insofern müsse also die Stärkung des chinesischen Außenhandels aus einem breiteren Blickwinkel betrachtet werden. So sollten sich chinesische Unternehmer durch Auslandsinvestitionen den Zugang zu High-Tech und zu globalen Ressourcen sichern. Damit könne China dann zu einem starken Handelsland werden. Wörtlich sagte Zhang Monan:

„Erstens muss China seine Industrie, besonders den produzierenden Bereich, modernisieren und optimieren. Zweitens muss der Markt unter neuen Gesichtspunkten ausgebaut werden: Es müssen sowohl Güter als auch Kapitalmittel exportiert werden. Dadurch kann China eine globale Überlegenheit erwerben. Drittens muss China selbst zu einem großen innovativen Land ausgebaut werden. Diese drei Aspekte sind notwendig auf dem Weg Chinas zu einem starken Handelsland."

Trotz seines enormen Handelsvolumens ist China also vorerst nur ein großes Handelsland. Um ein starkes Handelsland zu werden, muss die Volksrepublik noch einen langen Weg gehen.

(Quelle:CRI)

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