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Zwei-Kinder-Politik bietet neue Geschäftsmöglichkeiten
2015/11/03
 

Chinas historische Abschaffung der Ein-Kind-Politik ist gleichzeitig die Geburt neuer Geschäftsmöglichkeiten – auch wenn Demographen voraussagen, dass diese besondere „Schwangerschaft" eine ziemlich lange werden wird.

China wird allen Paaren erlauben, zwei Kinder zu haben – damit endet die Ein-Kind-Politik, die in den späten 1970er Jahren begann. Dies gab die Kommunistische Partei (KP) Chinas am Donnerstag bekannt.

Der lang erwartete Schritt sorgte in China sofort für Begeisterung.

Während junge Paare schon überlegen, ob sie noch ein zweites Kind wollen, haben Investoren bereits damit begonnen, sich auf die Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten zu begeben. Sowohl in China als auch im Ausland stiegen die Aktienkurse.

Ärztliche Betreuung während und nach der Schwangerschaft, Babynahrung, Kleidung, Spielzeug und Cartoons werden laut Li Shaojun, Analyst bei Minsheng Securities, die Hauptbereiche für Investitionen sein.

James Liang, ein Wirtschaftsprofessor an der Peking-Universität, schätzt, dass sich die Anzahl der jährlichen Geburten um 2,4 Millionen erhöhen werde.

"Wenn man davon ausgeht, dass für die Versorgung eines jeden Babys pro Jahr durchschnittlich 30.000 Yuan ausgegeben werden müssen, entsteht hier ein zusätzlicher Markt im Wert von 75 Milliarden Yuan", sagte Liang.

Die privaten und staatlichen Investitionen in Wohnungsbau, Bildung und Infrastruktur, die erforderlich seien, um mit diesem Baby-Boom fertig zu werden, könnten nach Liangs Berechnungen für die nächsten fünf bis zehn Jahre bei 225 Milliarden Yuan (32,3 Mrd. Euro) pro Jahr liegen.

"Der Konsum und die Investitionen, die durch die Zwei-Kinder-Politik ausgelöst werden, können dabei helfen, die strauchelnde chinesische Wirtschaft zu stabilisieren", sagte Liang.

China hatte seine Familienplanungspolitik 1978 eingeführt und damit eine Bevölkerungsexplosion verhindert, wodurch während der raschen Modernisierungsphase des Landes der Druck auf dessen natürliche Ressourcen verringert wurde.

Doch die Politik war in den letzten Jahren kontrovers diskutiert worden, vor allem immer dann, wenn Fälle von älteren Paaren bekannt wurden, die ihr einziges Kind verloren hatten. Wichtiger ist aber, dass Chinas arbeitsfähige Bevölkerung schrumpft, da seine Gesellschaft zu schnell altert.

"Der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und die steigenden Arbeitskosten gehören zu den wichtigsten Faktoren, auf die die gegenwärtige Konjunkturabschwächung zurückzuführen ist", sagte Zhou Tianyong, Ökonom an der Parteischule des Zentralkommittees der KP China.

Auch wenn man allgemein davon ausgeht, dass die Zwei-Kinder-Politik neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird, ist sich niemand wirklich sicher, wie lange China auf diese positiven Auswirkungen wird warten müssen.

Die Regierung hatte die Ein-Kind-Politik bereits im November 2013 gelockert, damit Paare, bei denen ein Elternteil selbst ein Einzelkind ist, ein zweites Kind bekommen konnten.

Doch bis Mai 2015 hatten sich nur 1,45 von 11 Millionen in Frage kommenden Paaren für ein zweites Kind entschieden.

Die steigenden Lebenshaltungskosten in den Großstädten sowie verbesserte Karrierechancen für Frauen sorgten dafür, dass sich weniger chinesische Paare für weiteren Nachwuchs entschieden als erwartet.

(Quelle: german.china.org.cn)

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