| Chinas Wirtschaft 2010: Ein Ausblick |
| 2010/01/29 |
Chinas Bruttoinlandsprodukt ist laut dem staatlichen Statistikamt trotz der globalen Finanzkrise um 8,7 Prozent gewachsen. Wirtschaftsexperten prognostizieren unterdessen, dass die chinesische Wirtschaft sich in diesem Jahr weiter erholen wird. Allerdings verbleiben einige Herausforderungen für die Politiker. Denn der Inlandskonsum muss weiterhin gefördert, eine Inflation vermieden und die Umstrukturierung einzelner Wirtschaftsbranchen vorangetrieben werden.
Einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren der chinesischen Wirtschaft 2009 waren die Regierungsinvestitionen. Der Leiter des Wirtschaftsinstituts der Wirtschafts- und Handelsuniversität der Hauptstadt, Zhang Liancheng, sagte, auch 2010 würden Investitionen eine große Rolle in der Wirtschaftsentwicklung des Landes spielen: "Der Konsum kann die Wirtschaft noch effektiver stimulieren. Allerdings wird er von zwei Faktoren beschränkt. Erstens ist das gegenwärtige Niveau der verschiedenen Sozialversicherungen in China noch recht niedrig und es wird deshalb viel gespart. Zweitens ist die Verteilung des Einkommens in China weiterhin sehr unausgeglichen." Zhang Liancheng betonte weiter, China müsse sich auch den Gefahren einer möglichen Inflation bewusst sein. Im Dezember des vergangenen Jahres sei Chinas Verbraucherpreisindex um 1,9 Prozent gewachsen. Ein Umstand, den die Regierung mit Aufmerksamkeit verfolge. Um die Gefahr einer Inflation zu vermindern, könne die gemäßigt lockere Währungspolitik leicht geregelt werden. Zhang Liancheng warnte zugleich, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr eine Wachstumsblase auf dem Immobilienmarkt vermeiden müsse: "Mittlerweile verzeichnen wir eine Wachstumsblase hauptsächlich auf dem Immobilienmarkt. Ohne eine effektive Regulierung würde diese Blase wahrscheinlich im Jahr 2012 platzen. Die folgenden negativen Auswirkungen würden dann mehrere Jahre zu spüren sein. Die chinesische Wirtschaft würde dann insgesamt stark beeinträchtigt." Mit Blick auf die notwendige Umstrukturierung der Wirtschaftsbranchen erklärte Zhang Liancheng, China befinde sich derzeit in der mittleren Industrialisierungsstufe. Um die Wirtschaftsentwicklung beizubehalten, müsse man auch mehr Wert auf Energieeinsparungsmaßnamen, Schadstoffemissionsreduzierung und mehr wissenschaftliche Innovationen setzen. So könne sich Chinas Wirtschaft noch besser entwickeln. |