| Chinas Experte: Google-Vorfall darf nicht politisiert werden |
| 2010/03/19 |
Seit Anfang 2010 hat die amerikanische Internetfirma Google mehrmals angekündigt, sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen. Mehrere westliche Medien haben dies auf Chinas Internetzensur zurückgeführt. Dazu sagten chinesische Experten, der Google-Vorfall dürfe auf keinen Fall politisiert werden. Prof. Zhu Feng vom Institut für internationale Beziehungen an der Peking-Universität erklärte, die Affäre sei eine kommerzielle Farce. "Das Wesen für den Google-Vorfall liegt nicht in der Cyber-Zensur der chinesischen Regierung. Dieses System richtet sich nicht direkt gegen Google, sondern dient einer Gesamtverwaltung des Internetwesens in China. Google will durch eine absichtliche Konfrontation mit der chinesischen Regierung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit provozieren. So kann die Firma die eigene Position besser darstellen." Zhu Feng fuhr fort, die Handlungsweise von Google laufe den internationalen Konventionen zuwider. Medien sollten dies nicht politisieren. "Ich bin nicht der Meinung, dass eine große Firma Interesse daran hat, sich in politische Fragen zu verwickeln. Die wichtigste Frage ist, dass die negativen Auswirkungen dieses Vorfalls nicht politisiert und übertrieben werden." Statistiken zufolge gilt China mit zirka 400 Millionen Netzanschlüssen als das Land mit den meisten Internetbenutzern weltweit. Zhu Feng betonte, China sei ein großer Markt. Ein Abzug Googles werde die chinesisch-amerikanischen Handelsbeziehungen nicht beeinträchtigen. Das einzige, was dadurch geschädigt werden würde, wären amerikanische Unternehmen. "Erstens hat die Google-Affäre keinen wesentlichen Einfluss auf amerikanische Betriebe. Zweitens sind die chinesisch-amerikanischen Handelsbeziehungen sehr eng. Es ist unvorstellbar, dass der bilaterale Handel dadurch geschwächt wird. Drittens stellt sich die Frage, ob eine Senkung der amerikanischen Investitionen in China wegen des Google-Ereignisses den Interessen der USA dient. Das ist natürlich nicht der Fall." |