| Chinesische Parteischulen erleben bald eine Reform |
| 2010/09/01 |
Es wird erwartet, dass die Parteischulen in der nächsten Zukunft eine Reform durchlaufen. Sie soll ihnen helfen, wieder ihre eigentliche Aufgabe zu erfüllen. Dabei könnten bis zu 4600 Schulen auf Kreisebene gestrafft und überarbeitet werden.
Jüngst veröffentlichte Richtlinien des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei von China sehen vor, bis im Jahre 2020 die Parteischulen auf Kreisebene in Branchen von Parteischulen auf Stadtebene zu integrieren. Einige Forscher glauben, dass dieser Schritt den Lehrstätten dabei helfen könnte, wieder ihren ursprünglichen Zweck besser zu erfüllen: Nämlich das Vermitteln der Parteiideologie und das Wissen, wie man diese Ideologie in der Politik umsetzen kann. Nachrichten, wonach die Schüler der Parteikaderschmiede ihre Ausbildungszeit hauptsächlich dazu genutzt hätten, gute Beziehungen mit ihren Vorgesetzten aufzubauen, haben das Vertrauen in die Rolle der Schulen erschüttert. Die Changjiang Daily aus Wuhan berichtete kürzlich, dass es in den Parteischulen die so genannten "sechs abnormalen Phänomene" gebe. Dazu gehören Erscheinungen wie gute Beziehungen zu Vorgesetzten durch gemeinsames Essen oder der Bau von Luxushotels in den Schulen. Der Bericht warf den Schulen vor, dass darin Kreise aufgebaut würden, welche die Beamten später nutzen würden, um ihre Macht auszuweiten. Der Bericht betonte weiter, dass die Schulreform nicht zum Erfolg führen könne, solange die Rolle der Institute nicht überarbeitet werde und es wieder der Hauptzweck der Schule werde, die Partei sauber zu halten. Die erste Parteischule war 1935 in der Provinz Shaanxi gegründet worden. Der nördliche Teil der Provinz gilt als Wiege der Chinesischen Revolution. Seither haben Parteischulen bei der Weitergabe der Ideologie und der Theorien der Partei eine wichtige Rolle gespielt. Allerdings bestritten mache Beobachter, dass sich die Rolle der Parteischulen verändert habe, wenngleich auch sie zugeben mussten, dass einige Schulen ihre Ziele nicht vollständig erreicht haben. "Wir waren immer auf der Suche nach der Wahrheit auf Grund der Tatsachen. Untere Ausbildung ist im Verlaufe der Zeit immer wieder angepasst worden. Zum Beispiel fügten wir dem Lehrplan auch Inhalte bei wie den Umgang mit Großveranstaltungen oder den Umbau des kulturellen Systems, sobald dies nötig wurde", sagte Liu Suhua, eine Professorin der Parteischule des Zentralkomitees der KPC. Sie fügte hinzu, dass die Zahl der Offiziellen, welche die Schule vorwiegend zum Aufbau eines Beziehungsnetzwerkes verwenden "nur einen kleinen Prozentsatz" ausmache. Um die Transparenz zu verbessern, wurden über 70 chinesische und ausländische Reporter eingeladen, die Parteischule in Beijing Ende Juni zu besuchen. Dies war das erste Mal, dass ein solcher Besuch möglich wurde. Zhu Lijia, Professor für Public Management an der Chinesischen Akademie für Staatsführung, hat selbst eine Parteischule besucht. Er sagt, dass die Reform der Parteischulen auf Kreisebene wegen der sozialen Entwicklung, dem Übervorteilen der Studenten, dem Formalismus, den schlechten Lehrplänen und dem Mangel an guten Lehrern schon längst fällig sei. Zhu sagte am Sonntag zur Global Times, dass Parteischulen auf Kreisebene inzwischen nicht mehr nötig seien, da bessere Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten es den Offiziellen erlauben, problemlos längere Strecken zu reisen. Zhu drückte auch seine Besorgnis aus, dass die Reform stecken bleiben könnte. Er rief zur Eliminierung von bürokratischen Verfahren bei den Parteischulen auf. Zhu schlug vor, dass die Lehrer an den Parteischulen eingeladen werden sollten, um ein Curriculum zu schaffen. |
