| China fördert Bau von kohlenstoffarmen Städten |
| 2010/07/06 |
Im ostchinesischen Nanjing fand vor kurzem ein Forum zum Thema "Klimawandel und Verantwortung der Städte" statt. Das Forum gehört zum Rahmenprogramm der Weltausstellung in Shanghai. Die Forumsteilnehmer, darunter Regierungsmitglieder und Umweltschutzexperten aus aller Welt, diskutierten dabei vor allem über die Notwendigkeit von kohlenstoffarmen Städten, einer grünen Wirtschaft sowie der Bekämpfung des Klimawandels. Einige Städte Chinas würden sich bereits auf dem Weg der kohlenstoffarmen Entwicklung befinden, sagte Zheng Guoguang, der Direktor des staatlichen Meteorologischen Amtes. Dieser Schritt sei nicht nur ein wichtiger Beitrag Chinas zur Begegnung des Klimawandels, sondern auch zur Förderung einer nachhaltigen Städteentwicklung, so Zheng Guoguang: "An mehreren Orten in China werden momentan kohlenstoffarme Städte gebaut. Das Stadtviertel Harbor City am Meer sowie die Chongming-Insel in Shanghai sind zwei Testgebiete für die Errichtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Überdies haben diverse chinesische Städte wie Nanchang, Wuxi und Hangzhou Konzepte zur Entwicklung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ausgearbeitet. Das Ziel all dieser Konzepte ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die städtische Entwicklung zu mildern." Chinas Zentralregierung hat beschlossen, dass in Zukunft keine Kohlekraftwerke mehr in Großstädten gebaut werden dürfen. In Beijing und Chongqing wurden Kohlekraftwerke bereits umgebaut oder geschlossen. In Nordchina, wo es im Winter bitter kalt werden kann, werden Kohlekessel seit längerem gezielt durch moderne Heizungsanlagen ersetzt. Als weitere Maßnahme Chinas in diesem Bereich darf die Partnerschaft mit den USA zur Förderung erneuerbarer Energien genannt werden. Unter anderem wurde im Rahmen dieser Partnerschaft ein gemeinsames Forschungszentrum für saubere Energien gegründet. Zusammen mit Japan wiederum hat China Projekte zum Bau von kohlenstoffarmen Modellstädten in Gang gesetzt. Was die Schadstoffemissionen anbelangt, befürwortet Daniel Dudek ein Rechenschaftssystem, das auf dem Verursacherprinzip basiert. Dudek ist der Chefökonom des amerikanischen Umweltschutzverbands sowie Mitglied des chinesischen Rats für internationale Zusammenarbeit im Bereich Umwelt und Entwicklung. Nach Ansicht von Dudek braucht es in China ein System, das große Umweltsünder zur Rechenschaft zieht. In einem ersten Schritt verlangt Dudek die Einführung von Richtlinien beim Schadstoffausstoß. Firmen, welche mehr Schadstoffe ausstoßen als festgelegt, müssten gebüsst werden, so Dudek: "Die Verantwortung für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid muss nach dem Verursacherprinzip festgelegt werden. In China wurde diese Idee bereits in den 12. Fünf-Jahres-Plan aufgenommen. Unternehmen, die ihre Vorgaben nicht erreichen, werden mit einer Busse belegt. Die Regierung muss ihrer Aufsichtsfunktion verstärkt nachkommen. Gleichzeitig sollen Unternehmen gefördert werden, die auf innovative Weise versuchen, ihre Kohlenstoffdioxidemissionen zu reduzieren." |