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China verstärkt Umweltschutz auf dem Lande
2011/03/29

Die Zentralregierung in Beijing sieht sich immer mehr mit dem Problem der Umweltverschmutzung in den ländlichen Regionen Chinas konfrontiert. Für Li Ganjie, den Vizeminister für Umweltschutz, hat die Umweltverschmutzung inzwischen einen kritischen Punkt erreicht:

„In den ländlichen Regionen werden jeden Tag über neun Milliarden Tonnen Abwasser und 280 Millionen Tonnen Abfall produziert. Das meiste Abwasser wird ungeklärt weitergeleitet. Auch der Großteil des Abfalls wird nicht fachgerecht entsorgt. In den meisten der 600.000 Dörfer Chinas gibt es keine Anlagen zur Wasseraufbereitung und Abfallentsorgung. Die Landwirtschaft ist für fast die Hälfte der gesamten Umweltverschmutzung in China verantwortlich."

Die Gründe, warum der Umweltschutz auf dem Lande in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden ist, sind vielfältig und komplex. Zu erwähnen sind hier einerseits die dringend notwendigen Investitionen, die zu lange aufgeschoben wurden. Hinzu kommen fehlende Vorschriften sowie ein mangelhaftes Kontrollsystem.

Die Zentralregierung ist seit längerem bemüht, das Umweltproblem auf dem Lande in den Griff zu kriegen. Zur Lösung dieses Problems hat sie im Jahr 2008 einen Spezialfonds eingerichtet. In den vergangenen drei Jahren hat die Regierung etwas über vier Milliarden Yuan RMB in diesen Fonds einbezahlt. Die Gelder aus diesem Fonds kommen vor allem dem Schutz von Trinkwasserquellen, der Abwasseraufbereitung und der Abfallentsorgung zugute. In diesem und im nächsten Jahr will die chinesische Zentralregierung 9,5 Milliarden RMB in den Umweltschutz auf dem Lande investieren.

Zudem will die Regierung in Beijing ein System zur Überwachung und Bewertung des Umweltschutzes in den ländlichen Regionen errichten. In regelmäßigen Abständen soll die Umweltsituation auf dem Lande publik gemacht werden. Durch gezielte Aufklärungsarbeit soll zudem das Umweltbewusstsein der Landbewohner erhöht werden.

Durch diese Maßnahmen soll sich die Umweltsituation in den ländlichen Regionen bis 2015 massiv verbessern. Dazu noch einmal der stellvertretende Umweltminister Li Ganjie:

„Bis ins Jahr 2015 werden die Umweltbestimmungen für die 60.000 Dörfer vorliegen. Damit können die schwersten Umweltsünden, die eine große Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung darstellen, im Wesentlichen beseitigt werden. Die Trinkwassersituation in den ländlichen Gebieten wird sich verbessern. Zudem wird beträchtlich mehr Abwasser aufbereitet und mehr Abfall sachgerecht entsorgt werden können. Die Umweltsituation in den ländlichen Gebieten wird sich damit ganz wesentlich verbessern. Und das Umweltbewusstsein der Bauern wird dadurch auch erheblich zunehmen."

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