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Regulärer Schulunterricht in Erdbebengebieten in Sichuan im nächsten Monat wieder möglich
2008/08/27

Im nächsten Monat beginnt an allen Schulen in China ein neues Semester. Ein Vertreter der chinesischen Bildungsbehörde hat aus diesem Anlaß am Montag gesagt, ab 1. September werde auch der reguläre Schulbesuch in den Erdbebengebieten in der Provinz Sichuan wieder ermöglicht.

Am 12. Mai 2008 hat sich in der chinesischen Provinz Sichuan ein verheerendes Erdbeben ereignet. Durch die Naturkatastrophe musste die Bevölkerung in Sichuan sowie in den benachbarten Provinzen Shaanxi und Gansu große Verluste an Menschenleben und Sachen hinnehmen, auch die dortige Infrastruktur wurde schwer beschädigt. Besonders zahlreiche Schulgebäude wurden zerstört. Kurz nach dem Erdbeben konnte jedoch der Schulbesuch für den Großteil der Schüler wieder schnell normalisiert werden. Trotzdem waren die Aufgaben in diesem Bereich weiterhin sehr vielfältig, da die Auswirkungen der Katastrophe in manchen Orten sehr heftig waren.

Auf einer Pressekonferenz hat nun ein Vertreter des chinesischen Bildungsministeriums am Montag in Beijing bekanntgegeben, dass in den über einmonatigen Sommerferien Fortschritte bei der Wiederherstellung des Schulbesuchs in den Erdbebengebieten erzielt worden sind. Daher könne am 1. September die Wiederaufnahme des Schulbetriebes an allen Schulen in den Erdbebengebieten realisiert werden. Der stellvertretende Leiter der Abteilung für Grundlagenbildung des chinesischen Bildungsministerium, Yang Nianlu, sagte dazu:

"Das Bildungsministerium hat zusammen mit dem Bauministerium umgehend Beurteilungsnormen der Schulgebäude in den Erdbebengebieten erarbeitet. Damit ist eine Grundlage für die Untersuchung der Schulgebäude in der Katastrophenregion gelegt worden. Zudem haben die zuständigen Behörden Dutzende Experten in die Erdbebengebiete entsandt, um die beschädigten Schulgebäude zu begutachten und zu beurteilen. Dadurch wurde die Basis für eine umfassende Wiederherstellung des Unterrichts an solchen Schulen getroffen. Und nicht zuletzt wurde der Aufbau der beschädigten Schulgebäude aktiv koordiniert. Dadurch konnte ein schneller Wiederaufbau garantiert werden."

Statistiken zufolge hat die chinesische Zentralregierung bereits mehr als 2,3 Milliarden Yuan RMB für den Wiederaufbau und die Sicherung der Schulgebäude investiert. Zudem wurde dadurch der Kauf von Lehrmittel für Grund- und Mittelschulen in 51 schwer betroffenen Kreisen in Sichuan, Gansu und Shaanxi ermöglicht.

Dank dieser Maßnahmen konnten beispielsweise in der Provinz Sichuan zirka 85 Prozent der Schulgebäude bis Mitte August wiederaufgebaut werden. Gleichzeitig wurden auf verschiedene Art und Weise Lehrmittel für den Schulbesuch und die Schüler gesammelt. Außerdem wurden die Schulgebäude mit Blitzableitern sowie mit Klimaanlagen und Heizungen versehen.

Vertreter der Provinzregierungen von Gansu und Shaanxi sagten dazu, in den auf- und neugebauten Schulgebäuden könne bereits unterrichtet werden.

Gleichzeitig haben die zuständigen chinesischen Bildungsbehörden verstärkt versucht, den Mangel an Lehrkräften zu decken. Auf einer Pressekonferenz sagte der stellvertretende Direktor der Abteilung für pädagogischen Bildung des chinesischen Bildungsministerium, Song Yonggang, am Montag in Beijing:

"Um den Mangel an Lehrkräften an den Schulen in den Erdbebengebieten zu decken, hat das Bildungsministerium zusammen mit anderen Behörden wie etwa dem Finanzministerium besondere Maßnahmen für die Schulen in den Erdbebengebieten ergriffen. Dort waren 387 Stellen für Lehrer frei, 364 davon konnten bereits besetzt werden. Die neuen Lehrer können am 1. September mit ihrer Arbeit beginnen."

Darüber hinaus hat das chinesische Bildungsministerium in großem Maße eine psychologische und Reha-Ausbildung der Lehrer in den Erdbebengebieten durchgeführt.

Allerdings gab das Bildungsministerium zu, dass derzeit die Wiederaufnahme des Schulbetriebes in vielen Teilen der Katastrophenregion noch schleppend verlaufe. Aus diesem Grund würden die zuständigen Behörden demnächst weitere besondere Maßnahmen treffen, um eine Normalisierung des Schulbetriebs in den Erdbebengebieten zu ermöglichen. Das Unterrichtsniveau solle dabei wieder dem Stand von vor dem Erdbeben entsprechen.

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