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China soll noch mehr Hochgeschwindigkeitszüge bekommen
2012/10/04

China will getrennte Fahrgast- und Frachtstreckennetze innerhalb seines Zugsystems bauen, dass weltweit eines der geschäftigsten ist. Auf wenigen, stark gefragten Strecken kann das schon 2015 klappen. In jenem Jahr soll ein grundlegendes Hochgeschwindigkeitsstreckennetz voll betriebsbereit sein.

Laut einem Fünfjahresplan über Chinas Transportsystem, der gerade vom Staatsrat genehmigt wurde, will die Regierung bis Ende 2015 ein rumpfartiges Netzwerk von Hochgeschwindigkeitszügen fertiggestellt haben, das zunächst vier Ost-West- und vier Nord-Süd-Routen umfassen wird.

Das Eisenbahnministerium teilte der Nachrichtenagentur Xinhua mit, Chinas Gesamtstreckennetz für Hochgeschwindigkeitszüge werde bis dann etwa 18.000 Kilometer erreichen. Chinas Hochgeschwindigkeitsstrecken, die eigentlich mit 200 Kilometer pro Stunde befahren werden sollten, erreichten 6894 Kilometer gefahrene Strecke im August, weniger als im Vorjahr, nachdem die Geschwindigkeit wegen des Unfalls bei Wenzhou begrenzt wurde, so das Ministerium.

Der Eisenbahnexperte Wang Mengshu sagte, durch das Öffnen neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken würden Kapazitäten im Personentransport von den normalen Streckennetzen genommen, die dann ihrerseits schrittweise in Güterzugstrecken verwandelt würden. "Wenn Fahrgäste und Güter auf verschiedenen Gleisen fahren, wird das Verkehrsaufkommen enorm erhöht werden", sagte Wang, der Mitglied der Chinesischen Akademie für Ingenieurswesen ist. "Der Plan ist ein Zeichen dafür, dass China Hochgeschwindigkeitszüge weiterentwickelt, um seinen Engpass im Personentransport anzugehen."

Die Entwicklung von Chinas Hochgeschwindigkeitszügen erlebte einen schweren Rückschlag, als im Juli letzten Jahres durch ein schweres Zugunglück bei Wenzhou mindestens 40 Personen ums Leben kamen. Der Auffahrunfall verpasste dem Enthusiasmus für Hochgeschwindigkeitszüge in China einen enormen Dämpfer. Die Regierung sah sich gezwungen, die Arbeiten an neuen Linien einzustellen und Sicherheitsüberprüfungen landesweit durchzuführen. Insgesamt 54 Personen, darunter Beamte auf Ministeriumsebene, wurden in der Folge des Unfalls bestraft. Lokale Eisenbahnbehörden und Bahnhöfe erhielten den Befehl, Zeitplanung und Management der Züge zu verbessern, sowie intensivere Schulungen in Arbeitssicherheit durchzuführen.

Ein vom Ministerium im Juli veröffentlichter Bericht behauptet, die Signalgeber- und Blitzableiterausrüstung sei an mehr als 1000 Bahnhöfen überprüft und verstärkt worden. Die Änderungen erfolgten in Reaktion auf die zwei benannten Ursachen des Unfalls von Wenzhou, nämlich das Versagen des Bahnmanagements und fehlerhafte Signalgeberausrüstungen.

"Wenn es technische Lösungen und einen disziplinierteren Betrieb gibt, werden Chinas Hochgeschwindigkeitszüge sicherer werden", sagte Huang Qiang, Chefforscher der Chinesischen Akademie der Eisenbahnwissenschaften. Akademiemitglied Wang sagte, China sollte sich immer den Unfall von Wenzhou vor Augen halten und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. "Das wird äußerst wichtig sein für alle künftigen Versuche Chinas, technologische Innovation und Fortschritt zu verfolgen." Wang meint, China solle mit der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen fortfahren. "Während der vergangenen 15 Jahre konnte China die Geschwindigkeit seiner konventionellen Züge versechsfachen, was wenig Spielraum für weitere Verbesserungen lässt", so Wang. "Es wäre sehr riskant, wenn wir die Züge auf den konventionellen Strecken noch schneller machen. Deshalb ist es geboten, neue Strecken zu bauen, die speziell für den Passagiertransport ausgelegt sind."

Quelle: german.china.org.cn

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