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Energie-Forum in Qingdao: Effizienzerhöhung und erneuerbare Energien im Fokus
2010/04/29
 

In der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao wurde am Donnerstag das Internationale Forum für Neue Energien 2010 (IFNE) eröffnet. Das diesjährige Forum steht unter dem Motto "Neue Energien und nachhaltige Entwicklung". Jiang Daming, der Gouverneur der Provinz Shandong, der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, hielten an der Eröffnungszeremonie jeweils eine Rede. Im Anschluss an die Eröffnung des Forums wurden diverse Kooperationsverträge unterzeichnet.

Angesichts der globalen Energieknappheit und der zunehmenden Umweltverschmutzung setzen alle Länder immer mehr auf die Erschließung erneuerbarer Energiequellen. Infolgedessen hat sich der Bereich der neuen Energien in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Dasselbe gilt für die Entwicklung entsprechender Technologien. Es wird allgemein erwartet, dass die neuen Energien zu jenen Branchen gehören, die in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen werden.

Wie andere Provinzen sieht sich auch Shandong mit dem Problem konfrontiert, dass die Wirtschaft weiter wachsen sollte, zugleich aber die Energieeffizienz erhöht und der Schadstoffausstoß reduziert werden muss. Jiang Daming, der Gouverneur der Küstenprovinz, ist sich dieses Strukturproblems bewusst:

„China hat schon viel zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Bekämpfung des Klimawandels unternommen. Shandong ist eine wirtschaftlich wichtige Hafenprovinz in China. Entsprechend groß ist unser Energieverbrauch. Shandong hat schon Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Entwicklung von sauberen Energieformen erlassen. Wir werden auch in Zukunft versuchen, die Struktur der Energieversorgung zu verbessern und die Energieeffizienz zu erhöhen. Zudem wollen wir in diesem Bereich vermehrt mit Firmen und Organisationen aus dem Ausland zusammenarbeiten."

China ist einer der wichtigsten Handelspartner von Deutschland. Durch das Forum für Neue Energien 2010 in Qingdao erhofft sich Deutschland auch eine engere Zusammenarbeit mit China im Bereich der neuen Energien. Dazu der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder:

„Ich möchte betonen, wie wichtig, eng und vertrauensvoll das Verhältnis zwischen China und Deutschland ist. Es ist Ihnen wahrscheinlich allen bewusst, dass ich während meiner Amtszeit viel Wert auf die Vertiefung der strategischen Partnerschaft mit China gelegt habe. Unser Außenhandelsvolumen und unsere Investitionen in China haben ständig zugenommen. Natürlich können China und Deutschland im Energiebereich voneinander profitieren. Wir brauchen nun eine nachhaltige Energiepolitik, um den Bedarf an traditionellen Ressourcen wie Erdöl und Gas zu reduzieren und neue Energiequellen zu erschließen. Wir sollten die Energieeffizienz erhöhen und in erneuerbare Energien investieren. Deutschlands Technologien für erneuerbare Energien sind weltweit führend."

Bayern ist ein gutes Beispiel hierfür. Der deutsche Freistaat legt schon seit Jahren großen Wert auf die Entwicklung erneuerbarer Energieformen und hat bereits erste Erfolge in diesem Bereich vorzuweisen. Ministerpräsident Horst Seehofer erläutert das bayerische Erfolgsrezept:

„Meine Damen und Herren, die Menschen in Bayern und in China wissen, dass der hohe globale Energieverbrauch ein großes Problem für die ganze Menschheit darstellt. Bayern setzt dafür zu einem energiepolitischen Dreisprung an. Erstens: Energiesparen. Zweitens: Energieeffizienz erhöhen. Und drittens: Ausbau der erneuerbaren Energien. Unsere Überzeugung ist, dass Energie sparen und die Steigerung der Energieeffizienz noch immer die wichtigste Energiequelle ist. Wie wir heute gehört haben, setzen immer mehr Regierungen weltweit auf regenerative Energiequellen. Und auch hier marschiert Bayern schon lange auf diesem Weg. Wir Bayern bauen auf unsere Trumpfkarten. Wasserkraft: da sind wir von der Natur bevorteilt durch viele Wasserläufe. Biomasse: da haben wir auch günstige Bedingungen dadurch, dass jeder dritte Bauernhof in Deutschland in meiner Heimat Bayern steht. Die Sonne und die Geothermie. Sie miteinander schaffen die Möglichkeit einer sauberen, heimischen und dezentralen Energieversorgung. Und wir in Bayern wollen bis zum Jahre 2030 über 40 Prozent unseres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewinnen."

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